Geplanter Edeka-Neubau in Löchgau
20. November 2009 | Drucken | Versenden
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So belebt wie auf diesem Foto wünschen sich die Löchgauer Händler den Ort. Doch sie befürchten, dass der Ortskern verwaist, sollte sich im Gewerbegebiet ein großer Lebensmittelmarkt ansiedeln.
So belebt wie auf diesem Foto wünschen sich die Löchgauer Händler den Ort. Doch sie befürchten, dass der Ortskern verwaist, sollte sich im Gewerbegebiet ein großer Lebensmittelmarkt ansiedeln.
Archivbild: Michael Fuchs
LÖCHGAU

Händler gehen in die Offensive

Einzelhändler und Gewerbetreibende in Löchgau gehen in die Offensive: Von allen Richtungen wollen sie Druck machen, um den geplanten neuen Edeka-Markt im Gewerbegebiet doch noch zu verhindern. Selbst ein Bürgerentscheid scheint nicht mehr ausgeschlossen.

Die vergangenen Wochen haben die Löchgauer Einzelhändler zusammengeschweißt: „Eine so große Solidarität unter den Händlern gab es noch nie“, sind sie sich einig. Diese Dynamik wollen die Gewerbetreibenden nun nutzen, um auf breiter Front weiter gegen den geplanten 1200 Quadratmeter großen Edeka-Markt vorzugehen, der sich wie berichtet im Gewerbegebiet ansiedeln will.

Brisant ist dabei: Geschäftsführer des neuen Marktes soll offenbar Michael Hoffmann werden. Er betreibt bisher den Edeka in der Ortsmitte, den er aus wirtschaftlichen Gründen in zwei Jahren schließt. Für eine Stellungnahme war Hoffmann gestern nicht zu erreichen. Die Pressestelle des Lebensmittelkonzerns teilte lediglich mit, dass noch nichts entschieden sei.
Auf einer eilig einberufenen BdS-Sitzung wollten die örtlichen Händler am Mittwochabend die Richtung für die weiteren Proteste vorgeben, und darüber diskutieren, wie die nächsten Schritte aussehen.

Unterm Strich blieben nach rund zweistündiger Debatte zwar viele Ideen hängen, wirklich konkrete Vorschläge gab es allerdings nicht. In erster Linie wollen die Gewerbetreibenden öffentlich Druck machen und beim Verband Region Stuttgart sowie dem Ludwigsburger Landratsamt vorsprechen und ihre Einwände deutlich machen. Denn nachdem die Gemeinderäte in der vergangenen Woche das Edeka-Baugesuch einstimmig abgesegnet hatten, müssen auch diese Instanzen noch zustimmen. Ihre Hoffnung setzen die Selbstständigen dabei vor allem auf den Regionalverband, der grundsätzlich den örtlichen Einzelhandel stärken will und große Märkte auf der Grünen Wiese skeptisch gegenübersteht.
Doch nur von außen Druck aufzubauen reiche nicht, fand Markus Trinkner vom Bauunternehmen WT-Bau. Die Geschäftsleute müssten selbst in die Offensive gehen, ihre eigenen Stärken besser herausstellen. „Wir sollten lieber versuchen die Kunden mit Sonderaktionen in den Ortskern zu holen, als einfach nur vehement gegen den neuen Edeka vorzugehen“, argumentierte er.

„Die Aufmerksamkeit der Löchgauer haben wir jedenfalls auf unserer Seite“, war sich Ulrich Kappl, Vorsitzender des Bundes der Selbständigen, sicher. Auf die Verhüllungsaktion am vergangenen Donnerstag, bei der 17 Geschäfte aus Protest ihre Schaufenster zugeklebt hatten, habe sie durchweg positive Reaktionen bekommen, bestätigte auch Gerlinde Schilling von Schreibwaren Schilling.
Als Konsequenz auf die Aktion habe allerdings der jetzige Edeka-Betreiber im Ortskern die Mitgliedschaft im BdS gekündigt, teilte Karl-Otto Gauger mit.
Zur Diskussion stellten die Einzelhändler am Mittwochabend auch einen Bürgerentscheid zur Edeka-Frage. Theoretisch ist das zwar möglich, doch die Hürden dafür sind hoch. Der Antrag darauf müsste spätestens sechs Wochen nach dem Gemeinderatsbeschluss mit Begründung eingereicht und von über 500 Löchgauern unterzeichnet sein.

Christina Kehl
» NEB organisiert Podiumsdiskussion