Den hat noch mein Uropa Karl gemacht“, erzählt Karlheinz Knauss und zeigt am Holzmarkt nach oben unter das Dach der früheren Hofapotheke. Dort hängt ein Rinnenkessel in Form eines kleinen Drachen aus Blech. Was mit einer kleinen Flaschnerei angefangen hat, ist heute ein moderner Handwerksbetrieb, der sich auf die Sanierung von Bädern und Heizungsanlagen spezialisiert hat: das Familienunternehmen Knauss & Finn.
Angefangen hat alles 1897 mit Blechbearbeitung in Asperg; Dachrinnen und Haushaltswaren wie Gießkannen. „Damals war das Verlegen von Wasserleitungen in Privathaushalten noch kein Thema“, erklärt Karlheinz Knauss.
Der Urgroßvater war anfangs Chef und Angestellter in einer Person. Kurz nach der Jahrhundertwende siedelte er um nach Ludwigsburg in die Lindenstraße, kurze Zeit später in die Seestraße mit einer Handvoll Mitarbeiter.
Er erkennt einen neuen Trend: Installationsarbeiten, die Wasser in die Waschküchen und auf die Etagen brachten. Sohn Adolf übernimmt die Flaschnerei. Karl junior macht sich in der Weststadt mit Installationen selbstständig. Damals hieß die Martin-Luther-Straße – Firmensitz bis heute – noch Franzosenstraße. Doch seine Frau Erna wird zur Witwe: Karl fällt im Krieg. Mit nur einem Gesellen und drei kleinen Kindern hält sie den Laden am Laufen. Bis der Jüngste Jahrgang 1941 und wieder ein Karl 1972 das Steuer bis 2006 übernimmt. Er baute aus, was seine Vorfahren aufgebaut haben. Bis zu zwölf Mitarbeiter waren beschäftigt.
Sohn Karlheinz und Schwiegersohn Enrico Finn übernehmen den Familienbetrieb 2006. Beide Meister des Gas- und Wasserinstallateur-Handwerks – Knauss ist zusätzlich noch Klempnermeister und Finn ist noch Meister im Bereich Heizung und Sanitär. Neun Angestellte beschäftigen sie heute.
Sie haben sich inzwischen spezialisiert und setzen auf Sanierungen bei privaten Kunden. Gerade sind die Auftragsbücher voll. Statt an den Börsen zu zocken, schaffen sich viele Hausbesitzer lieber bleibende Werte an. Zu Zeiten gestiegener Energiekosten vor allem im Heizungsbereich auch mit ökologischen Techniken wie die Solarthermie.
Im Durchschnitt sind Heizungsanlagen rund 20 Jahre alt und richtige „Energieschleudern“. Mit neuer Technik könnten bis zu 40 Prozent an Energiekosten eingespart werden. „Wir schneidern Anlagen nach Maß“, sagt Enrico Finn. Dabei wird soweit als möglich vorhandene In-
frastruktur genutzt. Wer wenig Platz habe, für den sei Gas geeignet, wenn ohnehin Tankräume vorhanden sind könnte weiter Öl, aber auch Holzpellets eine Lösung sein. Waldbesitzer oder Inhaber von Streuobstwiesen fahren am besten mit Holzhackschnitzeln.
Noch älter als die Heizung sind die Bäder in deutschen Häusern: 30 Jahre glaubt Karlheinz Knauss. Damals waren die „Nassräume“ oft reine Körperreinigungsanstalten. Aus ihnen macht er Wohlfühlbäder und Pflegeoasen. Was selbst auf kleinstem Raum möglich ist, zeigt die Bäderausstellung des mehrfach ausgezeichneten Badplaners.
Die Knauss & Finn GbR ist ein klassischer inhabergeführter und etablierter Familienbetrieb geblieben. Vom Branchendienst „Markt intern“ bereits zweifach als „1a Fachhandwerk“ gekürt. Für die Geschäftsinhaber Ansporn, bodenständig-innovatives Handwerk zu leben. Wie das bereits seit vier Generationen der Fall ist. Neu im Trend sind zum Beispiel gerade die Badewanne im Schlafzimmer oder die Dusche im Garten.