Jugendlicher Leichtsinn wird einen jungen Mann für den Rest seines Lebens entstellen, weil er von zwei Kollegen bei einer „Bubelei“ während der Arbeit in Brand gesteckt wurde. Die beiden müssen sich jetzt vor dem Marbacher Schöffengericht wegen vorsätzlicher schwerer Körperverletzung verantworten.
Es sei üblich gewesen, sich in dem Besigheimer Betrieb immer Mal wieder eins auszuwischen, meinten die 22 und 26 Jahre alten Angeklagten. Dass dieser „Streich“ aber so ausarten würde, davon seien sie entsetzt gewesen. „Wir wollten doch nur ein bisschen rumalbern.“
Weil er vom damals 18-jährigen Auszubildenden einen Klaps mit dem Sägeblatt bekommen habe, habe er sich „gerächt“, sagte der ältere Kollege. Er habe dessen Kleidung mit einer Flüssigkeit begossen, von der er wusste, dass sie extrem leicht entzündlich ist. Ein viertel Liter des Gemischs aus Graphit und reinem Alkohol durchtränkte T-Shirt und Hose.
Daraufhin wollte auch der jüngere der Angeklagten „seinen Spaß“ haben. Er habe mit dem Feuerzeug herumgespielt und gemeint: „Schauen wir mal, ob’s wirklich brennt.“ Er beteuerte, dass keine Flamme gebrannt habe, als er sich dem späteren Opfer näherte. Er habe nur so getan, als ob. „Ich kann mir nicht erklären, warum er plötzlich in Flammen stand.“
In einer Kurzschlussreaktion versuchten die beiden noch, den Brand zu löschen: mit Druckluft, nachdem sie versucht hatten, dem 18-Jährigen die Kleider vom Leib zu reißen. Das gab dem Feuer aber zusätzlich Nahrung, der Junge ging in einer Stichflamme auf. „Der rannte durch die Halle wie eine lebende Fackel“, erinnert sich der Firmeninhaber, der veranlasste, dass der Verletzte unter die Dusche gestellt wurde. Alle Mitarbeiter wüssten, wie gefährlich das Zeug sein könne.