6. März 2010 | Drucken | Versenden
PATTONVILLE

Schlagende Mutter vor Gericht

Wegen Körperverletzung an ihrer neunjährigen Tochter musste sich eine 39 Jahre alte Mutter vor dem Ludwigsburger Amtsgericht verantworten. Eine Nachbarin hatte die Polizei geholt, weil sie die Schreie des Kindes gehört hat.

Gesehen hat die Nachbarin, eine 20-jährige Schülerin, nichts von dem Vorfall. Nur gehört.
Bei der Polizei sprach sie von „Aua“-Schreien des Mädchens und seiner immer höher, fast unerträglich werdenden Stimme. Die Schülerin klopfte an die Türe, weil sie sich ziemlich sicher war, dass das Kind geschlagen wird. Der Vater der Neunjährigen habe daraufhin die Wohnungstüre aufgemacht und zu der Schülerin gesagt, das ginge sie nichts an.
Die Mutter des Mädchens gab bei der Polizei zu, mit den Händen und einem Hausschuh auf ihr Kind eingeschlagen zu haben – sie habe die Neunjährige verdächtigt, Geld gestohlen zu haben.

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Als Angeklagte vor Gericht hüllte sie sich in Schweigen. Die Schülerin und Nachbarin berichtete als Zeugin, die Angeklagte sei auch schon von ihrem Mann geschlagen worden.
Als Beweismittel lagen dem Gericht Fotos vor, die zeigten, dass das kleine Mädchen von den Schlägen ganz schöne Blessuren davongetragen hat.
Das Strafverfahren gegen die Frau wurde zwar eingestellt, weil bisher noch nichts strafrechtlich Relevantes vorgefallen ist, aber sie wurde dringend ermahnt, derartige Züchtigungen ihres Kindes zu unterlassen.
So etwas dürfe nicht mehr passieren, lautete die Mahnung des Gerichts an die angeklagte Frau. Sonst werde ihr das Kind weggenommen.

Heike Rommel