Ein junger Torwart aus Affalterbach hat sich in der dritten Liga ins Rampenlicht gespielt. Rouven Sattelmaier (22), der das Gehäuse des SSV Jahn Regensburg bewacht, wird vom Fachblatt kicker Sportmagazin laufend mit Bestnoten ausgezeichnet.
In der bei Halbzeit aufgestellten „Elf der Vorrunde“ war der 22-jährige Keeper die Nummer 1. Wohlgemerkt: Die 3. Liga ist ja in den Rang einer Profiklasse aufgerückt, mit Spielen gegen Vereine aus der ganzen Bundesrepublik.
Elfmal hat Sattelmaier in der Hinrunde seinen Kasten sauber gehalten. Mehrere Wochen stand das Jahn-Team sogar an der Spitze. Ein besonderes Highlight war das Heimspiel gegen Carl Zeiss Jena, als er bei einem 0:1-Rückstand in den Schlussminuten in den Angriff wechselte und per Kopfball im gegnerischen Strafraum tatsächlich noch die Vorlage zum 1:1-Ausgleich lieferte.
In Regensburg steht Rouven Sattelmaier hoch im Kurs, was seine Wahl zum „Sportler des Jahres 2009“ unterstreicht. Solche Auszeichnungen werden Akteuren aus Mannschaftssportarten selten zuteil.
„Eigentlich war ich Feldspieler, aber meine älteren Brüder haben mich immer ins Tor gestellt“, blickt er lachend auf die Kindertage in Affalterbach zurück. Jens und Tim hat er also viel zu verdanken, obwohl sie ihn damals quasi degradierten.
Der am 7. August 1987 in Ludwigsburg geborene Schlussmann hat eine solide sportliche Ausbildung genossen. TSV Affalterbach, SGV Freiberg, VfB Stuttgart, Stuttgarter Kickers waren seine Stationen in der Jugend, ehe er mit 17 Jahren zum SSV Jahn Regensburg wechselte. Trainer Mario Basler, der frühere Nationalspieler, machte sich für ihn stark.
Den Eltern Herbert und Gudrun Sattelmaier fiel es nicht leicht, den Filius so früh in die Fremde zu entlassen. Am Sportinternat Regensburg legte Rouven sein Abitur ab, während er im U19-Team seine Fußball-Lehrzeit abschloss. Nach der Verletzung des Stammtorwarts im November 2008 rückte er über Nacht zur Nummer 1 des Profikaders auf. Seine Entwicklung verlief sensationell: Schon am Ende der Saison führte ihn der „Kicker“ als notenbesten Spieler der 3. Liga.
„Das Hobby zum Beruf zu machen, das ist das Größte“, sagt Rouven Sattelmaier einerseits. Aber er hat auch die Kehrseite der Medaille kennengelernt. Nach Spielen ist er so aufgekratzt, dass er oft die halbe Nacht nicht schlafen kann.
Das schreckt ihn nicht ab, seine Ziele noch höher zu stecken. Andere Vereine, auch Zweitbundesligisten, haben bereits bei ihm angeklopft.