Das verschärfte Waffenrecht ist eindeutig: Künftig sollen die Behörden unangemeldet prüfen, ob Pistolen und Gewehre zu Hause sicher aufbewahrt sind. Ungewiss ist aber noch, ob Rathaus und Landratsamt in Ludwigsburg sowie andere Städte dies tatsächlich leisten können.
Nach dem Winnender Amoklauf am 11. März hatten zunächst nur wenige Ludwigsburger ihre Schießeisen ins Rathaus gebracht. Bis Anfang April wurden gerademal 16 Waffen abgegeben. Dann schrieb die Stadt die Waffenbesitzer persönlich an: „Wir haben auf die Vorschriften zur ordnungsgemäßen Aufbewahrung und auf die Gefahren bei nachlässigem oder leichtfertigem Umgang hingewiesen“, berichtet Thomas Bauer, Sachbearbeiter für Waffenrecht im Rathaus.
Die Folge: Die Zahl der Waffen schnellte sprunghaft nach oben. Über 260 Pistolen und Gewehre wurden seither abgegeben. In den Vorjahren waren es im gleichen Zeitraum deutlich weniger: Im Jahr 2008 wurden 37 Schusswaffen abgegeben, 2007 waren es 23 und im Jahr 2006 sogar nur elf.
Auch in Kornwestheim hat ein Brief gewirkt. Am 25. Mai war dieser an die Waffenbesitzer rausgegangen, bis Mitte Juli konnte das Rathaus 50 Schießeisen annehmen.
Für die kleineren Kommunen im Landkreis ist das Landratsamt in Ludwigsburg die Sammelstelle. 449 Waffenbesitzer haben seit Winnenden 704 Gewehre und Pistolen abgegeben.