Das Ergebnis ist eindeutig: 87 Prozent von 509 Teilnehmern beantworteten die Frage „Soll es die Möglichkeit geben, Bürgermeister abzuwählen“ auf unserer Internetseite mit Ja, 13 Prozent mit Nein. Die Landtagsabgeordneten im Kreis Ludwigsburg haben ebenfalls eine klare Meinung: Sie sind gegen die Abwahlmöglichkeit.
„Ich bin strikt dagegen. Damit würde man an den Grundfesten eines demokratischen Systems sägen, und dann ist das System nicht mehr stabil“, sagt der CDU-Landtagsabgeordnete Manfred Hollenbach. Der Bürger habe eine basisdemokratische Entscheidung getroffen, die er dann auch tragen müsse. „Er muss sich im Vorfeld mehr darum kümmern, wen er als Bürgermeister wählt, und sich die Leute genau angucken.“ Auch würden bei der Abwahlmöglichkeit Stimmungen schneller ausgenutzt: „Dann werden Bürgermeister wie Fußballtrainer ausgewechselt.“ Die Stärke des Landes, sprich die Freiheit der kommunalen Selbstverwaltung, werde dann begraben. Und dies wegen ein paar Einzelfällen in 1105 Gemeinden im Land. Ganz abgesehen davon: „Wer gibt den Anstoß und aus welchem Grund?“
Denn, so betont Franz Untersteller (Grüne): Nicht alles, was ein Bürgermeister mache, löse Jubelstürme aus, etwa wenn Kindergartengebühren erhöht werden. „Ein Bürgermeister muss die Möglichkeit haben, auch unbequeme Entscheidungen zu treffen.“ Es könne nicht sein, dass ein Schultes sich nicht traut, Entscheidungen zum Allgemeinwohl gegen spezifische Gruppen zu treffen.
Diese Befürchtung hegt auch Christine Rudolf (SPD): „Bürgermeister werden heute anders zur Rechenschaft gezogen als früher, was auch gut ist. Die Gefahr besteht aber, dass Stimmungen entstehen und jemand keine Chance mehr hat.“