26. Juli 2010 | Drucken | Versenden
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Park statt Parken: Manch ein Autofahrer hielt es für ein Hirngespinst, was die Grünen am Samstag auf dem Arsenalplatz präsentierten. Andere konnten sich für die Idee, dort Federball zu spielen, begeistern.
Park statt Parken: Manch ein Autofahrer hielt es für ein Hirngespinst, was die Grünen am Samstag auf dem Arsenalplatz präsentierten. Andere konnten sich für die Idee, dort Federball zu spielen, begeistern.
Bild: Holm Wolschendorf
LUDWIGSBURG

Bäume und Wasserspiele statt Autos

Der Arsenalplatz als grüne Oase, als lauschiges Plätzchen in der Innenstadt? Für den Grünen-Ortsverband Ludwigsburg ist das kein Hirngespinst. Am Samstag boten die Mitglieder schon einmal einen Vorgeschmack und machten aus zwei Parkplätzen kurzerhand einen Park.

Rollrasen wurde ausgelegt und eine Holzbank aufgestellt, es gab Spiele für Kinder und eine Tasse Kaffee oder Tee für die Erwachsenen. Mitgebrachte Blumenkästen sollten Gartenatmosphäre schaffen. Das Angebot, den Arsenalplatz einmal ganz anders zu erleben, nutzten aber nur wenige Passanten. Es war an diesem Vormittag einfach zu regnerisch und zu kühl.
Die Grünen warben mit dieser Aktion für ihr Konzept eines autofreien und begrünten Platzes mit schattenspendenden Bäumen, Rasenflächen, Wasserspielen, einer Blumenwiese und einem Café. An einer Stellwand konnte der Entwurf begutachtet werden und die Grünen sahen sich auch durchaus in barocker Tradition, wie ein ebenfalls ausgehängter Stadtentwicklungsplan von 1726 zeigte.

„Wir wollen einen Ort zum Verweilen in der Stadt mit viel Lebensqualität schaffen“, betonte die Sprecherin des Ortsverbandes, Uta Hermenau. Es gebe inzwischen ja genügend Tiefgaragen in der Stadt, so dass man auf diesen Parkplatz verzichten und ihn gestalten könne, fügte sie an und erinnerte an die früheren Diskussionen um den Marktplatz. Jetzt könne man sich es gar nicht mehr vorstellen, dass hier früher mal geparkt wurde. „Man muss die Dinge auch mal mit neuen Augen sehen“, schlug Hermenau vor. Passanten sahen dies anders. Beispielsweise das Ehepaar, das gerade sein Auto abgestellt hatte und jetzt auf dem Weg zum Einkaufen war. Grün sei zwar schön, aber auf den Parkplatz wolle er nicht verzichten, schließlich seien die Parkhäuser immer voll, gab der Ehemann zu bedenken. Ein anderes Paar war bepackt mit Einkaufstüten auf dem Weg zum Auto. „Ich bin kein Fan von Parkhäusern“, sagte die Ehefrau. Deshalb sei der Arsenalplatz für sie eine wichtige Alternative.
Es gab aber auch Passanten, die Sympathie für den Gestaltungsvorschlag der Grünen hatten. Sie würde sich über einen begrünten Platz freuen, meinte die junge Mutter. Die kleine Tochter pflichtete ihr begeistert bei. „Dann könnte ich hier auch Boccia spielen“, meinte sie.
Wenn hier keine Autos mehr stehen würden, sei das einfach schöner fürs Stadtbild, betonte ein junger Vater, der in der Innenstadt wohnt und sich nach eigenem Bekunden über mehr Grün freuen würde. Derweil malte die kleine Tochter ihre Wünsche auf den Asphalt: eine bunte Blumenwiese.

Angelika Baumeister
» Weniger Parkplätze gleich mehr Aufenthaltsqualität?