Es sollte ein Vorzeigeobjekt werden. Ein Leuchtturmprojekt, das weit über Ludwigsburg hinausstrahlt: das Energiekompetenzzentrum. Nach dem Feuer gestern liegt alles in Schutt und Asche. Zumindest das Gebäude, in dem das Zentrum seine Heimat bekommen sollte. Am Boden zerstört sind auch diejenigen, die dort in Kürze einziehen wollten.
„Halle 2z“, so nannten die Planer das Gebäude in der Rheinlandstraße, das jetzt nur noch eine Brandruine ist. In der ehemaligen Industriehalle sollte ein Zentrum für Energie, Umwelttechnik und Ökodesign entstehen. Die Eröffnung war für Juli dieses Jahres geplant.
Dann wäre auch Dr. Taj Kanga eingezogen. Er ist Geschäftsstellenleiter des Vereins Energetikom, der Träger des Energiekompetenzzentrums ist. „Das war ein Schlag!“, sagt er, als er von dem Brand erfahren hatte. „Diese Halle war ein Super-Projekt.“ Außen die Hülle einer lange heruntergekommenen Industriehalle, innen ein hochmodernes Bürogebäude. Jetzt ist das Gebäude weg. Nicht aber das Konzept. „Wir machen unbeirrt weiter“, sagt Kanga. Nun müsse man eben einen Alternativstandort suchen.
So geht es auch der Agentur Bassier, Bergmann & Kindler. Das Unternehmen hat seinen Sitz bislang 20 Meter von der Brandstelle entfernt, in der Zollingerhalle. In zwei Wochen war der Umzug in die Halle 2z geplant. „Der Schock ist riesengroß“, sagt Heike Pawelzick, Leiterin Unternehmenskommunikation
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Täglich hatten sie und ihre Kollegen die Fortschritte beim Umbau nebenan beobachtet. Gestern Morgen dann die Katastrophe. „Wir haben unsere Leute erstmal nach Hause geschickt.“
So mancher Umzugskarton war schon gepackt. Nun bleibt die Agentur vorerst in der Zollingerhalle. Zu einem Umzug gebe es aber keine Alternative, so Heike Pawelzick. Die Agentur expandiere und brauche mehr Platz. Nun wird man sich um eine neue Bleibe kümmern müssen. „Bei all dem muss man sehen: Wir hatten Glück im Unglück.“
Am Boden zerstört waren gestern die Mitarbeiter der Ditzinger Ingenieurgesellschaft EFG. Sie haben das Energiekonzept für die Halle 2z entwickelt und wollten selbst im Herbst dieses Jahres einziehen. Seit rund zwei Jahren plant und arbeitet die Ingenieurgesellschaft an diesem Projekt. „Es war technisch und terminlich sehr schwierig“, sagt Geschäftsführer Armin Jäger. „Jetzt waren wir endlich über den Berg, da passiert so etwas! Das ist das Fatale.“ Viel Einsatz und Herzblut habe man investiert. Mit einer ganzen Bürogemeinschaft wollten die Ditzinger einziehen. Rund 50 Mitarbeiter sollten ihren Arbeitsplatz künftig in der Rheinlandstraße haben. „Dass das jetzt nicht klappt, stellt uns vor Schwierigkeiten“, so Jäger.
Uwe Meyer von der Ludwigsburger Energieagentur hat gestern sein Büro etwas früher verlassen. „Es ist zu deprimierend.“ Durch sein Fenster im Werkzentrum Weststadt konnte er die vielen Schaulustigen sehen. „Wir hatten uns alle auf das tolle Gebäude gefreut“, sagt er. Nun wird die Energieagentur vorerst bleiben, wo sie ist.
Bildergalerie Großbrand Ludwigsburger Energiezentrum