Seit Getrag im Jahr 2002 seinen Hauptsitz vom Gründungsort Ludwigsburg nach Heilbronn-Untergruppenbach verlegte, müssen die Mitarbeiter um ihre Jobs bangen. Zwar betonte die Geschäftsführung 2002 noch, dass die Verlagerung der Zentrale kein Stellenabbau für Ludwigsburg bedeute. Es ist aber ganz anders gekommen.
Schon 2004 gab es Pläne, knapp 300 von 650 Stellen in der Produktion zu streichen. Dagegen setzten sich die Mitarbeiter zur Wehr. Mitte 2005 erreichten sie eine Standort- und Beschäftigungsgarantie bis Ende 2011. Dafür waren sie bereit, finanzielle Einbußen hinzunehmen. Die Vereinbarung gilt für alle Mitarbeiter an den deutschen Produktionsstandorten Ludwigsburg, Neuenstein (Kreis Hohenlohe), Rosenberg (Neckar-Odenwald-Kreis) und Bad Windsheim (Bayern).
Dass der Standort Ludwigsburg dennoch Federn lassen muss, kann die Belegschaft nicht verhindern. Vor 15 Jahren arbeiteten im Gründungswerk 1900 Menschen. 2008 waren es nur noch 450 Beschäftigte. Im November 2008 lösen die Pläne der Konzernleitung, das Ludwigsburger Werk ganz zu schließen, massive Proteste aus. Zwischen Arbeitnehmerseite und Management beginnen schwierige Verhandlungen. Inzwischen ist auch bekanntgeworden, dass das Unternehmen wegen der Autokrise finanziell unter Druck geraten ist. Getrag bekommt eine Landesbürgschaft von 20 Millionen Euro.
Ende Januar 2009 setzt sich die Konzernleitung durch. Der Standort Ludwigsburg wird auf 111 Mitarbeiter verkleinert. Die Ankündigung, für die Schrumpfbelegschaft einen kleineren Standort in Ludwigsburg zu suchen, wird nicht umgesetzt. Gestern hat die Geschäftsführung mitgeteilt, das 1935 gegründete Getrag-Stammwerk in Ludwigsburg Ende 2011 zu schließen. (bie)