War dies das letzte Jahresfest einer eigenständigen Remsecker Diakoniestation? Seit Jahren bewegt sich die 1976 gegründete Einrichtung finanziell auf sehr dünnem Eis. Gestern bereitete der Vorsitzende, Pfarrer Markus Frasch, Mitglieder und Mitarbeiter schon einmal vorsichtig auf eine Fusion mit Ludwigsburg vor. „Die Idee ist da und es wurden Gespräche geführt. Einen Beschluss gibt es aber noch nicht.“
Sollte es zu einem Zusammenschluss kommen, würde der Übergang „sanft und nicht von heute auf morgen“ gestaltet werden. Jeder solle die Möglichkeiten haben, sich an die bevorstehenden strukturellen Veränderungen zu gewöhnen.
Problemkind ist vor allem die Tagespflege, in der bis zu 15 Menschen tagsüber betreut werden. „Dieses Angebot kann beim besten Willen nicht wirtschaftlich betrieben werden“, so Frasch, der seit einem Jahr im Amt des Vorsitzenden ist. Jährlich, und das seit 1996, musste dieses Angebot mit durchschnittlich 35 000 Euro subventioniert werden. Das hat sämtliche Rücklagen aufgefressen. Frasch: „Wir haben keine Spielräume mehr. Wir leben von der Hand im Mund.“ Das sei „beunruhigend und unbefriedigend“. Dennoch sei das vergangene Jahr ein „gutes“ gewesen, in dem 20 000 Euro Plus geschrieben wurden – das aber auch nur Dank der Zuwendungen von der Geschwister-Wildermuth-Stiftung und dem Pflegedienst-Förderverein, 70 000 Euro kommen von dort. Dennoch: „Wir sind nicht in der Lage, aus eigener Kraft unsere Ausgaben zu bestreiten“, so die dramatische Bilanz Fraschs.
Kündige die Stadt den immer noch gültigen Abmangelvertrag, drohe die Insolvenz und damit die Schließung der Diakoniestation. Daran ändere auch der unermüdliche Einsatz aller Mitarbeiter nichts, denen er allen Respekt zollte. Unter anderem habe Klaus Hägele die Geschäftsführerstelle um die Hälfte auf 50 Prozent reduziert.