15. März 2010 | Drucken | Versenden
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Nach einem Löwen 2009 nun Doppelsieger 2010: Martin Noz aus Hohenhaslach.
Nach einem Löwen 2009 nun Doppelsieger 2010: Martin Noz aus Hohenhaslach.
Archivbild: Müller
VAIHINGEN

Die besten Lemberger 2010 kommen aus dem Landkreis

Der Lemberger hat eine neue Top-Adresse: Nach einem Vaihinger Löwen 2009 gewann der Hohenhaslacher Wengerter Martin Noz gestern den Deutschen Lemberger-Preis 2010 gleich in zwei Kategorien. Und auch der dritte Vaihinger Löwe bleibt im Kreis: Ihn holte das Oberriexinger Weingut Stärk.

Noz und seine Frau Andrea durften sich gestern über die ersten Preise in den Kategorien „trocken“ und „mit höherer Restsüße als trocken“ freuen, die sie mit einer Spät- und mit einer Auslese errangen, die beide 2008 auf dem Hohenhaslacher Kirchberg wuchsen. Ihre Oberriexinger Kollegen Stärk obsiegten bei den im Barrique ausgebauten Lembergern ebenfalls mit einer Kreszenz des Jahres 2008. Die Weingärten des Oberriexinger Guts in Enzweihingen, Unterriexingen und Markgröningen gehören alle zur Lage St. Johännser.
Damit gingen alle Spitzenplatzierungen des zum 18. Mal vergebenen Lemberger-Preises an Wengerter aus dem Raum Vaihingen. Das darf getrost als Indiz eines kompakten regionalen Qualitätsbewusstseins gewertet werden – und als Ausdruck einer verstärkten Zuwendung zu jener Rebsorte, die auch außerhalb des Schwabenlandes als Flaggschiff des Württembergers gilt. Die Anbaufläche des Lembergers habe sich seit der ersten Vergabe eines Vaihinger Löwen auf jetzt 1600 Hektar verdreifacht, berichtete der Gündelbacher Wengerter und CDU-Landtagsabgeordnete Albrecht Fischer als Sprecher der Vaihinger Weinmesse, zu deren Eröffnung der Lemberger-Preis verliehen wird.

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Dabei ist die Rebsorte in Deutschland eine fast reine Württemberger Domäne, einzig in Österreich spielt sie – dort Blaufränkisch genannt – eine ähnlich wichtige Rolle. Der Lemberger sei „Württembergs Antwort auf die großen Rotweine Südeuropas“, pries denn auch Weinkönigin Julia Nägele aus Hessigheim die Vorzüge der schwäbischen Parade-Sorte, der auch Landrat Dr. Rainer Haas „internationales Potenzial“ attestierte – anders als dem Trollinger, den man ausländischen Gästen lieber nicht als Rotwein, sondern als Rosé servieren solle.
Insgesamt 72 Betriebe, darunter 29 Genossenschaften und Kellereien, stellten der Jury diesmal 198 Tropfen vor – besonders stark vertreten waren die trockenen Lemberger mit 81 Weinen und die Barrique-Lemberger mit 78 Gewächsen. Bei den trockenen Lembergern erreichten die Fellbacher Weingärtner und das Schützinger Weingut Zaiß die Ränge zwei und drei, bei den Barrique-Weinen gingen die Plätze an das zur Hades-Gruppe zählende Staatsweingut Weinsberg und die Weinmanufaktur Untertürkheim. Bei den Lembergern mit höherer Restsüße durften sich mit Anja und Georg Merkle aus Ochsenbach zwei weitere Weinmacher aus dem Kreis über den dritten Platz freuen, den zweiten Preis gewann das Willsbacher Weingut Laicher.
Doch wie wird man fast heimlich zum Top-Wengerter (noch) ohne Star-Renommee? Wer die Antwort des strahlenden Doppelsiegers Martin Noz ein bisschen deutet, muss schließen: durch Konsequenz – und die wohldosierte Teilnahme an Wettbewerben. Auf Qualität, sagt Noz, habe er nämlich auf seinen achteinhalb Hektar Anbaufläche schon seit eh und je gesetzt, in den 18 Jahren Vaihinger Löwe aber erst fünf Weine angestellt. Drei Siege sprechen da für sich. Und dafür, dass die Noz’sche Weinphilosophie auch in puncto Prämiierungen stimmt: Wettbewerbe, bei denen die Weine nicht – wie in Vaihingen – verdeckt juriert würden, kämen für ihn nie in Frage, sagt der Hohenhaslacher „Löwenbändiger“.

Steffen Pross

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