Elena ist zwölf Jahre alt, eine Außenseiterin und Träumerin. Eines Morgens erwacht sie im Feenreich Facrya. Dort findet sie zum ersten Mal Freundinnen und ist glücklich. Wie sich Elena fühlt, das weiß niemand besser als die elfjährige Vanessa Oelmann, denn sie hat Elena erschaffen. Elena ist die Heldin von Vanessas erstem Buch.
„Du, ich veröffentliche mein erstes Buch“, als Vanessa das ihren Mitschülern am Mörike-Gymnasium erzählte, waren die mehr als neugierig. Und kaum brachte die Sechstklässlerin das erste Exemplar von „Elena zwischen zwei Welten“ mit in die Schule, vertieften sich drei ihrer Freundinnen gemeinsam in die Feengeschichte und wollten das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen. „Die haben mir den Rücken zugedreht und sind völlig in dem Buch versunken“, erzählt Vanessa, die ziemlich gespannt war, wie ihre Altersgenossen auf sie als Autorin reagieren würden. Als ihre Freundinnen sich freuten, war die Elfjährige erleichtert.
Die Idee zur Geschichte um Elena kam Vanessa in der Schule. Allerdings sind die Hänseleien, denen Elena im Buch ausgesetzt ist, viel dramatischer als die, die Vanessa am Mörike erlebt. Während es dort um Zahnspangen geht, wird Elena von ihren Mitschülern regelrecht ausgegrenzt bis sie plötzlich mit schillernden, rosafarbenen Flügeln im Land der Feen erwacht.
„Ich hätte nie gedacht, dass ein Buch daraus wird“, sagt Vanessa. Dabei wollte sie schon sehr früh Autorin werden. Elenas Abenteuer in der Feenwelt Facrya ist auch nicht die erste Geschichte, die die Sechstklässlerin geschrieben hat. In ihrem Zimmer stapeln sich Dutzende von Kurzgeschichten, einige nur Rohfassungen, andere komplett ausformuliert.
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Schon als Kleinkind faszinierten Vanessa Bücher. „Während andere ihren Kindern eine Brezel kaufen, bin ich in die Buchhandlung Aigner spaziert und hab ihr ein neues Buch gekauft“, sagt ihre Mutter Diane Oelmann. Bereits im Kindergarten brachte sich Vanessa das Lesen selbst bei. Wie ihr das gelang, ist ihren Eltern immer noch ein Rätsel. Doch die Leseleidenschaft ihrer Tochter unterstützen sie – so ist Vanessa mittlerweile eine der besten Kunden der Stadtbücherei.
Allein in den Urlaub nach Kroatien im Sommer 2009 nahm die Familie über 40 Bücher im Wohnwagen mit – nur für Vanessa. Nach acht Tagen hatte sie bereits 35 davon gelesen. Doch das war nicht weiter schlimm, denn am Strand vertiefte sich Vanessa in das Konzept zu „Elena zwischen zwei Welten“.
Da wusste sie schon, dass die Feengeschichte ihr erstes eigenes Buch werden könnte. Ihr Vater nämlich hatte der Bensheimer Verlegerin Petra Hennig noch vor den Sommerferien einige Kurzgeschichten seiner Tochter geschickt. Da noch ohne Vanessa etwas zu sagen, damit sich diese keine falschen Hoffnungen machen würde. Hennig wollte mehr lesen und zeigte an den ersten Seiten von Elenas Geschichte großes Interesse. Als Vanessa dann schließlich erfuhr, dass ihre Geschichte abgedruckt werden würde, war sie „richtig happy“. Und nach den Sommerferien legte sie richtig los. Viele der Ideen, die sie sich in Kroatien notiert hatte, nahm sie dann doch nicht mit ins Buch auf. Eine aber hat es geschafft. So reisen die jungen Feen in Facrya bei langen Strecken mit Pilzexpressen. Je nach Region auf harten Steinpilzen oder bequemeren Fliegenpilzen. Im Herbst vergangenen Jahres war die 77 Seiten lange Geschichte fertig und Vanessa beginnt ein ganz neues Abenteuer. Am Donnerstag, 25. März, liest Vanessa Oelmann in der Buchhandlung Aigner um 17 Uhr aus ihrem Buch vor.