Ludwigsburg ist um zwei Attraktionen reicher. Gestern wurden das größte Holzheizkraftwerk des Landes und die erste Radstation Baden-Württembergs offiziell eingeweiht. Ein Grund zum Feiern – für die Stadt und Umweltministerin Tanja Gönner.
Um 14 Uhr soll die Einweihung eigentlich beginnen. Es ist kalt. Es nieselt. Vor dem Eingang des Holzheizkraftwerks warten Stadträte, einige Anwohner und Mitarbeiter der Stadtwerke. In der Luft hängt Brandgeruch. Nein – kein verbranntes Holz, es riecht nach Gegrilltem. Der Geruch kommt aus einem weißen Zelt. Drinnen hat ein Catering-Service alles vorbereitet: Pute, Schweinenacken, Würstchen. Wo bleibt die Ministerin?
Um 14.11 Uhr fährt eine silberfarbene Mercedes-S-Klasse auf den Vorplatz des Kraftwerks. Heraus steigt Umweltministerin Tanja Gönner. Eine kleine Frau, fast unscheinbar. An den Füßen trägt sie Turnschuhe. Der Geschäftsführer der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim, Bodo Skaletz, ergreift das Wort. Ein „einzigartiges Ereignis“ ist diese Einweihung für ihn. Ein Mammutprojekt und mit 16 Millionen Euro die größte Investition der Stadtwerke. „Es ist eine große Ehre für uns, die Einweihung gemeinsam mit Frau Gönner zu feiern“, sagt Skaletz.
Tanja Gönner lobt in ihrer Ansprache Ludwigsburg. „Die Stadt des Blühenden Barock wird jetzt auch klimapolitisch aufblühen“, sagt Gönner. „Sie setzen ein Zeichen für den Umbruch.“ Ludwigsburg sei nun ein Vorbild für ganz Deutschland. Denn in Ludwigsburg werde aktiv gegen den Klimawandel gearbeitet und in neue Schlüsseltechnologien investiert. Damit bleibe das Geld im Land.