Ludwigsburg – Nutzer müssen sich bald beim Onlinebanking umstellen: Aus Sicherheitsgründen schaffen viele Banken die Tan-Geheimzahlen auf Papierlisten – das iTan-Verfahren – ab. Stattdessen erhalten Kunden die Transaktionsnummern (Tans) zukünftig per SMS aufs Handy oder erzeugen sie selbst mit einem Tan-Generator.
Als Hauptgründe für die Umstellung auf das Mobile- und das Chip-Tan-Verfahren nannten die Banken im Landkreis Ludwigsburg bei einer Umfrage unserer Zeitung die Sicherheit und technische Weiterentwicklung.
Sicherer wird das Onlinebanking mit den neuen Verfahren, weil für jede Buchung eine eigene Tan generiert wird, die ausschließlich für diesen einen Vorgang gültig ist. Zudem werden zwei verschiedene Medien oder Übertragungswege eingesetzt. Gelingt es etwa einem Betrüger den PC des Nutzers auszuspähen, hätte er immer noch keinen Zugriff auf den Tan-Generator oder das Handy, auf dem die Tan angezeigt wird. Anders die iTan-Listen: Sie könnten Unbefugten in die Hände fallen.
Ganz wichtig: Wird die Tan in der SMS oder auf dem Generator angezeigt, stehen dort noch mal zur Kontrolle die Kontonummer des Empfängers und die Überweisungssumme. Stimmen diese mit der Eingabe am PC nicht überein, sollten Nutzer den Vorgang sofort abbrechen. Die Banken raten den Kunden zudem, auf PC und Smartphone immer ein aktuelles Antivirenprogramm und eine Firewall zu aktivieren. Sonst haftet die Bank im Falle eines Betruges nicht. Wer das Onlinebanking über das Smartphone statt den PC abwickelt, muss sich die SMS-Tan auf ein zweites Handy schicken lassen.
• Bei der
Volksbank läuft das bisherige iTan-Verfahren diesen Monat am 30. November aus. „Danach gibt es keine neuen Papierlisten mehr“, sagt Dirk Chalupny, Leiter e-Services. Vorhandene iTan-Listen sind spätestens am 5. Dezember nicht mehr gültig.
Danach braucht der Kunde beim sogenannten Smart-Tan-Verfahren zusätzlich zum Computer einen Tan-Generator. Das kleine Gerät kostet einmalig zehn Euro. Weitere Kosten, zum Beispiel für die einzelnen Überweisungen, fallen nicht an. Die Volksbank empfiehlt dieses Verfahren Kunden, die viele Überweisungen über das Internet erledigen.
Bei gemeinsamen Konten können beispielsweise beide Ehepartner separat mit ihren EC-Karten für das Smart-Tan-Verfahren freigeschaltet werden, sie brauchen aber nur einen Tan-Generator.
Alternativ benötigt der Kunde für das Mobile-Tan-Verfahren einen PC und ein Handy. Die Tan wird per SMS auf das Handy geschickt und ist dann wenige Minuten gültig. Die ersten fünf Transaktionen im Monat sind für den Nutzer kostenlos, ab der sechsten Überweisung zahlen die Nutzer acht Cent pro Transaktion. Weitere Kosten entstehen nicht.
• Die
Kreissparkassen haben bundesweit den 30. Juni 2012 als Endpunkt für das iTan-Verfahren gesetzt. „Die Kreissparkasse Ludwigsburg wird voraussichtlich bis März 2012 alle Online-banking-Teilnehmer auf das Chip-Tan- oder SMS-Tan-Verfahren umstellen“, sagt Manfred Ehrhardt, Leiter elektronischer Vertrieb. Die Kunden werden bis dahin per Mail und auf dem Postweg informiert. Danach gibt es keine iTan-Papierlisten mehr.