5. November 2011 | Drucken | Versenden
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Tan-Generator im Taschenrechnerformat.
Tan-Generator im Taschenrechnerformat.
Bild: Holm Wolschendorf
KREIS LUDWIGSBURG

Handy und Generator statt Listen

Ludwigsburg – Nutzer müssen sich bald beim Onlinebanking umstellen: Aus Sicherheitsgründen schaffen viele Banken die Tan-Geheimzahlen auf Papierlisten – das iTan-Verfahren – ab. Stattdessen erhalten Kunden die Transaktionsnummern (Tans) zukünftig per SMS aufs Handy oder erzeugen sie selbst mit einem Tan-Generator.

Als Hauptgründe für die Umstellung auf das Mobile- und das Chip-Tan-Verfahren nannten die Banken im Landkreis Ludwigsburg bei einer Umfrage unserer Zeitung die Sicherheit und technische Weiterentwicklung.
Sicherer wird das Onlinebanking mit den neuen Verfahren, weil für jede Buchung eine eigene Tan generiert wird, die ausschließlich für diesen einen Vorgang gültig ist. Zudem werden zwei verschiedene Medien oder Übertragungswege eingesetzt. Gelingt es etwa einem Betrüger den PC des Nutzers auszuspähen, hätte er immer noch keinen Zugriff auf den Tan-Generator oder das Handy, auf dem die Tan angezeigt wird. Anders die iTan-Listen: Sie könnten Unbefugten in die Hände fallen.
Ganz wichtig: Wird die Tan in der SMS oder auf dem Generator angezeigt, stehen dort noch mal zur Kontrolle die Kontonummer des Empfängers und die Überweisungssumme. Stimmen diese mit der Eingabe am PC nicht überein, sollten Nutzer den Vorgang sofort abbrechen. Die Banken raten den Kunden zudem, auf PC und Smartphone immer ein aktuelles Antivirenprogramm und eine Firewall zu aktivieren. Sonst haftet die Bank im Falle eines Betruges nicht. Wer das Onlinebanking über das Smartphone statt den PC abwickelt, muss sich die SMS-Tan auf ein zweites Handy schicken lassen.

• Bei der Volksbank läuft das bisherige iTan-Verfahren diesen Monat am 30. November aus. „Danach gibt es keine neuen Papierlisten mehr“, sagt Dirk Chalupny, Leiter e-Services. Vorhandene iTan-Listen sind spätestens am 5. Dezember nicht mehr gültig.
Danach braucht der Kunde beim sogenannten Smart-Tan-Verfahren zusätzlich zum Computer einen Tan-Generator. Das kleine Gerät kostet einmalig zehn Euro. Weitere Kosten, zum Beispiel für die einzelnen Überweisungen, fallen nicht an. Die Volksbank empfiehlt dieses Verfahren Kunden, die viele Überweisungen über das Internet erledigen.
Bei gemeinsamen Konten können beispielsweise beide Ehepartner separat mit ihren EC-Karten für das Smart-Tan-Verfahren freigeschaltet werden, sie brauchen aber nur einen Tan-Generator.
Alternativ benötigt der Kunde für das Mobile-Tan-Verfahren einen PC und ein Handy. Die Tan wird per SMS auf das Handy geschickt und ist dann wenige Minuten gültig. Die ersten fünf Transaktionen im Monat sind für den Nutzer kostenlos, ab der sechsten Überweisung zahlen die Nutzer acht Cent pro Transaktion. Weitere Kosten entstehen nicht.

• Die Kreissparkassen haben bundesweit den 30. Juni 2012 als Endpunkt für das iTan-Verfahren gesetzt. „Die Kreissparkasse Ludwigsburg wird voraussichtlich bis März 2012 alle Online-banking-Teilnehmer auf das Chip-Tan- oder SMS-Tan-Verfahren umstellen“, sagt Manfred Ehrhardt, Leiter elektronischer Vertrieb. Die Kunden werden bis dahin per Mail und auf dem Postweg informiert. Danach gibt es keine iTan-Papierlisten mehr.

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Bestehende OnlinebankingKunden erhalten mit der Umstellung auf das Chip-Tan-Verfahren den Tan-Generator kostenlos zur Verfügung gestellt. Das gilt auch für Kunden, die ein Girokonto eröffnen oder einen neuen Onlinebanking-Vertrag einrichten. Kunden, die darüber hinaus einen zweiten Tan-Generator benötigen – etwa für den Schreibtisch in der Ferienwohnung – müssen diesen für 9,90 Euro kaufen.
Für das SMS-Tan-Verfahren nutzt das Geldinstitut laut Ehrhardt bei den Mobilfunkprovidern sogenannte bevorrechtigte SMS, die hohe Sicherheitsanforderungen erfüllen und die auch dann sofort zugestellt werden, wenn das Mobilfunknetz stark belastet ist. Die Sparkassenkunden erhalten pro Monat fünf Frei-SMS, ab der sechsten Kurznachricht müssen sie die Kosten von sieben Cent übernehmen.

• Die Commerzbank behält das papierbasierte iTan-Verfahren bei. Laut Pressesprecher Martin Kurz werden derzeit aber neue Verfahren geprüft.

• Die Deutsche Bank bietet bereits das SMS-Tan- und das Chip-Tan-Verfahren an. Laut Martin Heininger, Leiter Investment & Finanz Center Ludwigsburg, entstehen für den Kunden dabei keine Extrakosten. Wegen der großen Nachfrage bietet die Deutsche Bank weiterhin auch das iTan-Verfahren an.
Bei gemeinsamen Konten müssen sich beide Partner für das Onlinebanking registrieren und erhalten einen eigenen Tan-Generator.

• Die Baden-Württembergische Bank hat laut Pressesprecher Manfred Rube bereits vor gut drei Jahren bundes- sowie kreisweit auf das sogenannte Tan-Plus-Verfahren umgestellt. Der Kunde bekommt dafür kostenlos einen Tan-Generator. Das Gerät wird aber nicht durch die EC-Karte, sondern einen eigenen Code aktiviert und sei deswegen besonders sicher.

• Die Spardabank bietet weiterhin das papierbasierte iTan-Verfahren und seit 2007 kostenlos das Mobile-Tan-Verfahren an. Laut Michael Bley, Leiter der Filiale Ludwigsburg, befindet sich das Chip-Tan-Verfahren derzeit in der Vorbereitung und wird im Laufe des Jahres 2012 angeboten. Voraussichtlich werde dann eine Einmalgebühr für den Genrator erhoben.

• Bei der Postbank gibt es die iTan-Listen seit Oktober nicht mehr. „Als Ersatz können die Kunden das Mobile-Tan-Verfahren nutzen – für die SMS entstehen keine Extrakosten“, sagt Pressesprecher Jürgen Ebert. 80 Prozent der Kunden nutzen bisher das Mobile-Tan-Verfahren, für das der Kunde bis zu fünf Handys registrieren lassen kann. Die restlichen 20 Prozent entschieden sich für das Chip-Tan-System. Der Generator kostet einmalig 11,90 Euro.

Sandra Schröder
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