8. März 2010 | Drucken | Versenden
MURR/ERDMANNHAUSEN

„Hilfe zur Selbsthilfe“ lautet das Motto

Mit Lieder und Tänzen aus ihrer rumänischen Heimat wollten die 30 Kinder und ihre Begleiter aus Rumänien bei einem Festakt einfach mal Danke sagen. Danke für die Hilfe, die sie seit 20 Jahren vom Förderverein Kinderheim Zsobok bekommen.

Die Rumänienhilfe ist ein gemeinsames Kind der Gemeinden Murr, Freiberg und Erdmannhausen. Vor 20 Jahren fing alles an: Nachdem im Fernsehen erschreckende Bilder über die Not der Menschen in Rumänien zu sehen gewesen waren, wollten die Vereinsmitglieder der ersten Stunde gern helfen. 1990 setzte sich der erste Hilfskonvoi, bestehend aus 13 Transportern, in Bewegung. Er brachte den Menschen in Rumänien so dringend benötigte Alltagsdinge wie Lebensmittel, Medikamente und Kleidung.
Es war keine ungefährliche Fahrt, erinnerte sich der Vorsitzende des Fördervereins Günther Burk beim Festakt im Freiberger Prisma. So ging in Rumänien ohne Begleitung von Sicherheitskräften eigentlich gar nichts. Trotzdem gelang es den Helfern, die Güter zu den notleidenden Menschen zu bringen. Angesichts der schrecklichen Zustände, die sie zu sehen bekamen, wurde schnell klar, dass diese Hilfe nicht nur einmalig sein konnte: „Wenn man etwas gibt, so bekommt man es vielfältig zurück“, davon ist Günther Burk überzeugt.
Seit jener ersten Fahrt sind die mehr als 200 Freiwilligen inzwischen über 500 000 Kilometer gefahren und haben vor allem aus dem vom Aussterben bedrohten Dorf Zsobok einen lebenswerten Ort gemacht. Der Bau einer Straße, die Finanzierung eines Kinderheims und die Starthilfen für Bäckerei und Mühle gaben den Dorfbewohnern eine Zukunft. „Hilfe zur Selbsthilfe“, lautet das Motto des Fördervereins und Günther Burk dankte nicht nur all den fleißigen Helfern, sondern auch den Gemeinden Murr, Freiberg und Erdmannhausen, die die Hilfsprojekte stets unterstützt haben.

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Heinz Kälberer, der Osteuropabeauftragte des Landes Baden-Württemberg, verwies in seinem Grußwort auf die Bedeutung dieses neuen, friedlichen Europas: „Die Politik kann dazu aber nur die Rahmenbedingungen geben, gelebt und menschlich wird dieses neue Europa durch seine Menschen und ihre Begegnungen“.
Den Rückblick übernahm Manfred Hollenbach, Murrs Bürgermeister und CDU-Landtagsabgeordneter. Er zeigte eindrückliche Dias von der Entwicklung des Ortes Zsobok sowie von den Hilfsfahrten, die nicht nur Kleidung, sondern auch Fahrräder, ein Auto und Landmaschinen in das 350 Seelen-Dorf in Siebenbürgen brachten. Und es warten immer noch viele Aufgaben: die dringlichste ist die Renovierung des 1996 eingeweihten Kinderheims in Zsobok.
Neben der Musikschule Freiberg-Pleidelsheim sorgten die Gäste aus Rumänien für die musikalische Umrahmung und begeisterten in ihren bunten Trachten mit Liedern und Tänzen. Und: „Sie haben ein Wunder getan und wir sind sehr, sehr dankbar dafür“.

Helga Spannhake

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