Ludwigsburg/Untergruppenbach – (hdw) Eine Schreckensnachricht hat gestern die 90 Mitarbeiter des Getriebeherstellers Getrag erreicht: Bei einer Betriebsversammlung erfuhren sie, dass der Standort Ludwigsburg bis Ende 2011 geschlossen werden soll.
An den fünf deutschen Getrag-Standorten sollen bis Ende 2012 etwa 700 Arbeitsplätze abgebaut werden, bestätigte das Unternehmen gestern. Die IG Metall kündigte massiven Widerstand an. Die Ludwigsburger Mitarbeiter reagierten gestern empört auf die Pläne des Konzerns, zumal bereits 2008 die Schließung des Standortes drohte, aber bislang verhindert werden konnte. Allerdings wurde in Ludwigsburg die Belegschaft seither von 450 Mitarbeitern auf heute noch 90 Beschäftigte reduziert.
Die schwierige Lage auf dem Automarkt macht Europas größtem Getriebehersteller weiter stark zu schaffen. „Die Produktionszahlen sowie die Entwicklungserlöse in Europa werden das Niveau von 2007 auf lange Sicht nicht mehr erreichen“, beschreibt der Chef der Getrag-Gruppe, Mihir Kotecha, die Situation. Dadurch entstünden Überkapazitäten und „enorme Kostenbelastungen“, die der Konzern abbauen will, um überleben zu können. Betroffen von der geplanten Sanierung sind allerdings nur Standorte in Deutschland, da die Tochter- und Gemeinschaftsunternehmen in Asien und in den USA nach Angaben von Kotecha hohe Absatzzahlen verzeichneten. Seite 25