Eine verschneite Innenstadt und lauter missmutige Menschen: Es war wohl nicht der Tag, um auf Frauenrechte aufmerksam zu machen und mit Passanten zu diskutieren. Eine kleine Gruppe von 15 Frauen hielt bei einer musikalischen Straßenaktion aber trotzdem wacker durch.
Bereits im Vorfeld des heutigen Internationalen Frauentages fanden am Samstag einige Veranstaltungen statt.
Alljährlich ist die aus den Vereinen Courage, Frauen für Frauen, Notruf und Cheerlottas bestehende Initiative 8. März aktiv, um für mehr Frauenrechte einzustehen und über Missstände zu informieren. „Wir blasen der Armut den Marsch“ lautete ihr Motto. Mit Handkarren, Trommeln und Musikinstrumenten waren sie vom Frauenzentrum in die Fußgängerzone gezogen. Ein mutiges Unterfangen, denn die Passanten wollten schnell wieder ins Warme, Zeit zum Stehenbleiben hatte keiner.
Armut ist aber auch hier mitten im Wohlstand ein Thema. So die Erfahrung in der Vesperkirche, wo Frauen des Frauenforums die Besucherinnen unter dem Motto „Der Tag für mich“ mit kleinen Aufmerksamkeiten vom Teebeutel bis zum Cappuccino-Tütchen beschenkten. Und sie kamen an den dicht besetzten Tischen auch mit den weiblichen Gästen ins Gespräch. Die Einsamkeit vor allem bei älteren Frauen sei groß und das Geld knapp, schilderten Maria Rabus und Kate Inglis-Meyer vom Frauenforum. Die Gäste würden es dabei schätzen, dass hier Menschen aus ganz unterschiedlichen Schichten zusammenkommen, berichteten sie.
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Richtig greifbar ist die Not im afrikanischen Burkina Faso, wo sich Ludwigsburg und die französische Partnerstadt Montbéliard sehr engagieren und ein eigens eingerichteter Förderkreis Spenden sammelt. Eine enge Kooperation gibt es auch mit der Ludwigsburger Gruppe von Amnesty International und diese informierte an einem Stand in der Fußgängerzone, der aber wetterbedingt bald wieder abgebaut werden musste. Ihre Botschaft: Fairer Handel stärkt Frauenrechte. Zum Beispiel mit Rosen, die oftmals von Blumenfarmen in Afrika stammen, wo traditionell viele Frauen beschäftigt sind, die schlechte Arbeits- und Lebensbedingungen haben. Deutsche Lebensmittelketten und Blumengeschäfte sorgen nun mit dem Verkauf fair gehandelter Rosen dafür, dass sich die Lage dieser Frauen verbessert.
Informationen gab es von Amnesty International auch zur allgemeinen Situation der Frauen in Burkina Faso. Gesundheitszentren seien für Frauen auf dem Land nur schwer erreichbar. Jedes Jahr würden mehr als 2000 Frauen an Komplikationen in der Schwangerschaft oder bei der Geburt sterben. Auch weil ihre Angehörigen kein Geld für eine medizinische Behandlung aufbringen könnten.
Info: Ein Frauenfest mit Tanzaufführungen und Saara Waasners Film „Frauenzimmer“ steigt heute ab 17.30 Uhr im Staatsarchiv, Arsenalplatz 3. Die Schriftstellerin Dorothea Keuler liest am Dienstag, 9. März, ab 20 Uhr in der Schubart-Buchhandlung, Körnerstraße 15, aus ihrem Buch „Verlorene Töchter“ (Anmeldung unter 0 71 41/9 00 37).
Eine Frauendisco im Demokratischen Zentrum, Wilhelmstraße 45, am Freitag, 12. März, ab 21 Uhr beschließt das Programm rund um den Frauentag.