Auch wenn die Zahl der Verfahren, die die Staatsanwaltschaft Stuttgart jährlich bearbeitet, leicht zurückgegangen ist, gibt es eine Menge zu tun: Mehr als 100 000 Fälle sind in zwölf Monaten angefallen.
Zwar waren im vergangenen Jahr knapp 177 000 Verfahren bei der Staatsanwaltschaft anhängig, aber als wesentlicher Indikator für die Arbeitsbelastung der 352 Mitarbeiter (davon 142 Oberstaats-, Staats- und Amtsanwälte) zählen die Verfahren gegen namentlich bekannte Beschuldigte: das waren 102 488. „Seit vier Jahren haben wir jeweils mehr als 100 000 solcher Verfahren“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Siegfried Mahler bei der gestern in Stuttgart vorgestellten Jahresbilanz.
Einen deutlichen Rückgang um 38,2 Prozent gab es demnach bei den Sexualdelikten (2008: 2361; 2009: 1460). Wieso das so ist, erklärte Oberstaatsanwältin Marina Schmitt: Das Landeskriminalamt hatte eine Ermittlungsgruppe Internetpornografie eingerichtet, intensiv ermittelt und dann zwischen September und Dezember 2008 mehr als 900 Verfahren vorgelegt. „Deswegen gab es im vergangenen Jahr weniger Eingänge“, sagte Schmitt, 2008 sei ein Hoch gewesen.
Ein leichter Anstieg war bei Verfahren gegen Jugendliche zu verzeichnen, die Fälle sind von 18 207 (2008) auf 18 542 gestiegen.