18. März 2010 | Drucken | Versenden
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Kreisverkehre: nicht nur ein Verkehrsknotenpunkt.
Kreisverkehre: nicht nur ein Verkehrsknotenpunkt.
Bild: ad
DITZINGEN

„Kreisverkehre . . . mehr als nur eine einzige Restfläche“

Ein Leitbildkonzept für die Gestaltung der sieben Kreisverkehre in Ditzingen – ein Tagesordnungspunkt, der beim Kultur- und Sozialausschuss der Stadt am Dienstagabend für viel Diskussionsstoff sorgte. Am Ende einigten sich die Stadträte auf eine Minimallösung.

Es entstand der Eindruck, als drehe sich die Debatte über das Für und Wider einer Kreisverkehr-Leitbildkonzeption wortwörtlich im Kreis.
Allem voran ging der Vortrag des Sachverständigen Timo Buff, der den Stadträten auseinandersetzte, welche Möglichkeiten und Funktionen ein Kreisverkehr in sich berge. Etwa dass zwischen einem Kreisel in der Innenstadt und außerhalb, zum Beispiel bei Umgehungsstraßen, unterschieden werden müsse. Er habe nicht nur die Funktion eines Verkehrsknotenpunkts, sondern sei für eine Stadt auch eine Chance, sich zu präsentieren und für sich zu werben, ein Erinnerungspunkt zu sein und Identität zu schaffen. „Kreisverkehre... mehr als nur eine Restfläche“, so Buff, in Anlehnung an den Slogan „Ditzingen... mehr als nur eine Stadt“.
Dabei stellte er Vorschläge vor, die den Stadträten offensichtlich zu weit gingen und für Verwirrung sorgten. Als ein verbindendes Element schlug Buff etwa eine Schräge vor, da Ditzingen nicht ebenerdig sei. Ebenfalls könne man etwas mit Muschelkalk, Stein und Stahl machen – in Anlehnung an große Firmen in der Stadt.

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Derzeit steht die Neugestaltung von zwei Kreisverkehren in Ditzingen an, weitere sollen modelliert werden. Die Idee hinter dem Leitbildkonzept war, so Oberbürgermeister Michael Makurath, ob man nicht für alle Kreisverkehre in der Stadt einen „roten Faden“ haben will. Stadträtin Yvonne Kejcz (SPD) wendete ein, dass die Stadt derzeit eh kein Geld habe und diese Maßnahme der Bevölkerung derzeit so nicht zu vermitteln sei – wobei die Kosten für das vorgestellte Konzept bei etwa 5000 Euro lagen. Frühester Termin für die Umsetzung der Neugestaltungen sei 2011, so Makurath.
Vor allem an den drei „S“ störten sich die Räte: „Wir wollen nicht überall Steine, Stahl und Schrägen“, so der Tenor, auch sei das nichts Besonderes. Vielleicht müsse man sich auch nicht zwingend auf Gemeinsamkeiten festlegen, sondern die Stadtteile individuell betrachten. Aber: „Ich hoffe, der Hirschlander Krieger auf dem Kreisverkehr war nur ein übler Scherz“, kommentierte Kejcz einen Vorschlag Buffs.
Im Grunde ging es weder um die Festlegung von Stein, Schrägen noch Stahl, sondern um die Frage, ob die Kreisverkehre künftig überhaupt eine gewisse Einheit bilden sollten – egal ob mit Blumen, Farben oder Kunst. Ulrich Kicherer (CDU) begrüßte die Idee eines Leitbildes, doch sei es wichtig, sich davor nochmals mit dem Stadtmarketing zusammenzusetzen. „Wir müssen da einfach nochmals eine gedankliche Schleife einlegen“, sagte er.
Und auf diese Schleife lief es nach langem Kreiseln auch hinaus. Der Ausschuss einigte sich darauf, dass gestaltete Kreisverkehre in der Stadt und außerhalb mit einem gewissen „roten Faden“ gewollt werden. Die beiden demnächst entstehenden Kreisverkehre werden als Provisorium angelegt. Wer und wie über den „roten Faden“ entscheidet, darüber macht man sich im Rathaus nun seine Gedanken.

Birgit Kalbacher

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