Dass Lehrer von Assistenten unterstützt werden, ist in Ludwigsburg zwar noch die Ausnahme, aber nicht neu. Neu ist allerdings, dass Hochschulabsolventen vor Eintritt ins Berufsleben für zwei Jahre an Brennpunktschulen arbeiten können. Auch Baden-Württemberg beteiligt sich nun an einem Pilotprojekt nach amerikanischem Vorbild.
Frischgebackene Akademiker als Assistenten: Das Land geht beim Unterricht an Hauptschulen neue Wege. Am Dienstag hat Kultusministerin Marion Schick die Zusammenarbeit mit der Bildungsinitiative „Teach First“ (Unterrichte zuerst) bekanntgegeben. Zu Beginn des kommenden Schuljahres werden im Land 16 pädagogische Assistenten an Haupt- und Werkrealschulen eingesetzt, darunter jeweils einer in Ludwigsburg und Bietigheim.
Die Assistenten werden von „Teach First“ ausgewählt. Sie sollen für zwei Jahre Lehrer bei ihrer Arbeit unterstützen. Und, sie sollen den Kindern als Vorbild dienen. Da an Haupt- und Werkrealschulen der Anteil von Migranten besonders hoch ist, soll gezielt nach Studenten mit Migrationshintergrund gesucht werden. „Dann ist die Vorbildfunktion noch größer“, sagt Verena Köstner, Sprecherin von „Teach First“.
Weniger wichtig sei hingegen das Studienfach. Entlohnt wird die Arbeit mit einem Bruttogehalt von 1750 Euro – finanziert vom Land. Neben dem Lohn verspricht die Organisation den Assistenten reichlich Erfahrungen, vergleichbar mit einem „guten Management- und Führungstraining.“
Fest steht bereits, dass die Hirschbergschule einen Assistenten aus der neuen Bildungsinitiative bekommt. Bislang hatte die Schule sich vergeblich bemüht, einen Assistenten aus einem seit 2008 laufenden Landesprogramm zu bekommen. „Einmal haben wir keinen geeigneten Bewerber gefunden, das andere Mal ist unser Kandidat abgesprungen“, sagt Rektor Georg Fazekas. Von der nun zugeteilten Assistentin erwartet er eine wertvolle Unterstützung und eine besondere Förderung der Schüler.
Insgesamt profitieren schon jetzt 24 Hauptschulen im Kreis Ludwigsburg von dem Landesprogramm. 28 Assistenten sind im Einsatz. Sie teilen sich knapp 13 Stellen.
Petra Theurer ist seit Februar 2008 Assistentin an der Justinus-Kerner-Hauptschule. Sie hat Pädagogik studiert, aber nie als Lehrerin gearbeitet. 20 Stunden pro Woche ist sie in Teilzeit an der Kerner-Schule beschäftigt. Sie setzt sich mit Schülern, die Probleme haben, in Kleingruppen zusammen, oder auch mal einzeln. Manchmal ist sie im Unterricht dabei und achtet auf die Schüler, die spezielle Lernschwierigkeiten haben. Und Petra Theurer begleitet Schulausflüge und Lerngänge.