(tiwi) – „Es sieht schlecht aus“, sagte Barbara Grüter, stellvertretende Leiterin des Wasser- und Schifffahrtsamts Stuttgart gestern auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Schaden an der Pleidelsheimer Schleuse kann nicht so schnell wie zunächst gedacht behoben werden. Zwei Tage wird sie wohl noch gesperrt sein.
Am Sonntag war am Untertor der linken Schleusenkammer der Rollenwagen gebrochen (wir berichteten in unserer gestrigen Ausgabe). Zwei Schiffe saßen daraufhin fest. Ein Sportboot, dessen Besatzung mit Sicherheitsgurten aus der Schleusenkammer geborgen werden musste, und das Flusskreuzfahrtschiff Casanova, dessen Gäste für eine Nacht Zwangsurlaub in Pleidelsheim machten (siehe nebenstehender Artikel).
„Wir hatten gehofft, die gerade stillgelegte reparaturbedürftige rechte Schleusenkammer vorübergehend wieder in Betrieb nehmen zu können“, erklärte Barbara Grüter. Doch das funktioniert nicht. Bis Donnerstagvormittag wird es voraussichtlich dauern, bis die nötigsten Arbeiten ausgeführt sind – so lange ruht nun der Schiffsverkehr auf dem Neckar.
Gestern Nachmittag wurden lediglich die beiden Schiffe geschleust, die seit Sonntag Zwangspause hatten: von unten nach oben das Containerschiff Thimo und in die andere Richtung das Hotelschiff Casanova. Alle Passagiere mussten aus Sicherheitsgründen aussteigen und konnten vom Ufer aus die Aktion verfolgen. Viele zückten ihre Kameras, um das Spektakel fürs Familienalbum zu dokumentieren. Alle anderen Schiffe, die schon aufgelaufen sind oder noch an der defekten Schleuse ankommen, müssen jetzt warten.
Erst vor knapp zwei Wochen hatte ein Schaden am Tor der nicht weit entfernten Hessigheimer Schleuse die Schifffahrt für eine gute Woche lahmgelegt. Auch hier war die zweite Kammer wegen planmäßiger Reparaturarbeiten gerade außer Betrieb gewesen (wir berichteten). Nach Informationen von Barbara Grüter hatten in dieser Zeit 15 Schiffe unfreiwillig einen Stopp einlegen müssen.