Die Schlösslesfelder lassen nicht locker im Ringen um den Erhalt der Stadtbibliotheks-Zweigstelle in ihrem Ortsteil. Bei einem Treffen mit Erstem Bürgermeister Konrad Seigfried wurde jetzt vereinbart, dass Bürger mit Vertretern der Bibliothek nach Lösungen suchen.
Zum Bersten voll war der Musiksaal der Schlösslesfeldschule, als Seigfried und Bibliotheksleiter Thomas Stierle dort auf Einladung der Initiative „Freunde der Schlösslesfeldbücherei“ zum direkten Gespräch eintrafen. Rund 140 Erwachsene und Kinder wollten aus erster Hand erfahren, ob und wie es denn nun weitergehen kann.
Wie berichtet, soll die Zweigstelle ab 2011 geschlossen werden, um den von wegbrechenden Steuereinnahmen gebeutelten städtischen Haushalt um jährlich 30 000 Euro zu entlasten. Als Ersatz soll dann der Bücherbus auch die Schlösslesfelder mit Lektüre versorgen. Dieser sei aber „kein ausreichender Ersatz“, hält die Initiative dagegen.
Seigfried stellte dar, wie der Gemeinderat mit dem Haushalt 2010 auch 198 Einzel-Sparmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von neun Millionen Euro beschlossen hat, von denen eine Maßnahme die Schließung der Zweigstelle darstellt. Um die Qualität des Angebots der Stadtbibliothek insgesamt halten zu können, habe man sich für diese Lösung entschieden. Zumal ja auch andere Stadtteile lediglich mit dem Bücherbus versorgt würden.
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Weil aber der Gemeinderat das konkrete Aus samt allen Auswirkungen erst noch beschließen muss, sei das allerletzte Wort noch nicht gesprochen. Allerdings nur dann, wenn alternative Lösungen gefunden werden, die dauerhaft eine Einsparung von 30 000 Euro jährlich einbringen.
Um dies zu erreichen, haben sich die Initiativmitglieder schon einiges überlegt: höhere Leih- und Mahngebühren im Schlösslesfeld, ehrenamtliche Mitarbeit unter professioneller Anleitung, Bücherspenden anstelle teurer Neukäufe und eventuell die Gründung eines Vereins der Förderer der Stadtbibliothek.
Klar wurde die Bereitschaft, ehrenamtlich in der Bücherei mit anzupacken. Die versammelten Eltern ließen zudem keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie künftig lieber in der Schlösslesfeld-Zweigstelle auch für ihre Kinder Leihgebühren bezahlen wollen als Busfahrgeld zur Hauptstelle in der Innenstadt. Und für die künftigen Neubürger auf der Hartenecker Höhe sei das Angebot der Zweigstelle wichtig, ebenso wie für die Schlösslesfelder insgesamt, da es sonst – und anders als in anderen Stadtteilen – keinen generationsübergreifenden Bürger-Treff gibt.
Bekräftigt haben abschließend alle Seiten ihre Bereitschaft, an einer Art rundem Tisch intensiv miteinander ins Gespräch zu kommen, mit dem Ziel, dauerhaft tragfähige Lösungen für den Erhalt der Zweigstelle zu erarbeiten.