9. März 2010 | Drucken | Versenden
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Erstmals Bildungswerkstatt in Freiberg: Organisatorin Sieglinde Rehm erklärt den Teilnehmern das Konzept.
Erstmals Bildungswerkstatt in Freiberg: Organisatorin Sieglinde Rehm erklärt den Teilnehmern das Konzept.
Bild: Holm Wolschendorf
FREIBERG

So bleiben die grauen Zellen fit

Die Bildungswerkstatt der Schiller-Volkshochschule boomt. Mit 15 Teilnehmern startete Organisatorin Sieglinde Rehm gestern in Freiberg ins erste Semester. Damit gibt es im Landkreis schon 13 Kursangebote dieser Art.

„Wissenserweiterung und soziale Kontakte knüpfen, das bedeutet die Bildungswerkstatt in zwei Stichworten“, stellt Sieglinde Rehm das Konzept vor. Seit fünf Jahren leitet sie bei der Schiller Volkshochschule Bildungswerkstätten und die Frauenakademie, die Ende dieses Jahres ihre Pforten schließt.
„Für Menschen ab der Lebensmitte“ steht im Prospekt. Eine Altersbeschränkung gibt es allerdings nicht. „Meist kommen Menschen zwischen Ende 40 und Ende 70“, sagt Rehm. Doch gibt es auch Ausreißer. „Unsere älteste Teilnehmerin hatten wir in Marbach. Sie ist vor kurzem im Alter von 87 Jahren gestorben. Für sie war die Bildungswerkstatt immer sehr wichtig.“ Doch auch jüngere Leute sind willkommen. Und Ehepaare sind durchaus nicht selten. Eine Teilnehmerin in der neuen Freiberger Gruppe hat Musikwissenschaften studiert und möchte nun einfach ihren Horizont erweitern.
So geht es vielen Menschen. Gerade wenn sie aus dem Beruf ins Rentenalter kommen. „Wir wollen etwas für unsere grauen Zellen tun, fit bleiben und unseren Horizont erweitern“, so der Tenor der Gruppe in Freiberg. Längst nicht alle kommen aus Freiberg, einige stammen aus Affalterbach, Pleidelsheim, Ingersheim oder Ludwigsburg.

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Die Bildungswerkstatt trifft sich einmal wöchentlich am Montagmorgen stets in der gleichen Besetzung. Die Gruppen sind nie größer als 18 Personen. Das ermöglicht ein fortwährendes Lernen und Interaktion. „Die meisten, die sich angemeldet haben, bleiben dabei. In Marbach gab bei den Teilnehmern fünf Jahre keinen Wechsel“, sagt Rehm. Das Interesse ist dementsprechend groß und die Wartelisten lang.
Im Vordergrund der Bildungswerkstatt steht neben der Erweiterung des „Wissensnetzes“ das Knüpfen sozialer Kontakte. „Deshalb ist es wichtig, dass sich die Gruppe kennenlernt, es keine ständigen Wechsel gibt, alle gemeinsam über ein Thema diskutieren.“ Während die Leiterin den Plan für das erste Semester selbst aufgestellt hat, haben die Teilnehmer vom folgenden Semester an die Möglichkeit, selbst mit zu bestimmen, was sie besonders interessiert und worüber sie mehr wissen wollen. So können die Teilnehmer sich gemeinsam besprechen und auf bereits vorhandenes Wissen aufbauen.
Für dieses Semester stehen spannende Themen auf dem Plan: darunter Energie für das 21. Jahrhundert, eine Einführung in die Philosophie, der Urknall und die Entstehung des Universums oder Buchbesprechungen zu Daniel Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“ und Pascal Merciers „Nachzug nach Lissabon“.
Infos: In Freiberg sind noch einige wenige Plätze frei. Infos gibt es bei Sieglinde Rehm per E-Mail unter sieglinde.rehm@schiller-vhs.de oder telefonisch unter (0 71 41) 14 4-16 78.

Birgit Kalbacher
» Die Bildungswerkstatt gibt’s seit 1995
» www.schiller-vhs.de/

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