Die 18- bis 24-Jährigen bleiben ein Problem auf den Straßen: Sie waren 2009 an 24 Prozent der Unfälle beteiligt. Das geht aus dem Jahresbericht der Polizei für den Landkreis Ludwigsburg hervor. Doch insgesamt stieg die Zahl der Karambolagen, vor allem durch eine hohe Zunahme der Bagatellunfälle.
Der Chef der Polizeidirektion Ludwigsburg, Frank Rebholz, kündigte gestern an: „Wir werden unser Augenmerk noch deutlicher auf diese Risikogruppe richten.“ Denn die 18- bis 24-Jährigen machen zwar acht Prozent der Gesamtbevölkerung aus, aber 24 Prozent der an den Unfällen Beteiligten. Die Diagnose der Polizei: Jungen Fahrern fehle Übung und Erfahrung im Umgang mit Fahrzeugen, vor allem aber setzten sie auf einen risikoreichen Fahrstil.
Aber auch die Zahl der Unfälle auf den Straßen des Landkreises – ohne die Autobahn 81 – stieg um 9,6 Prozent auf 12 393. Bagatellunfälle sind es, die die Zahl nach oben schnellen ließ. Denn die Zahl der kleinen Unfälle kletterte um 12,8 Prozent auf 6866.
Trotzdem hat Rebholz auch gute Nachrichten zu bieten: Unfälle, bei denen Personen zu Schaden kamen, gingen um 4,7 Prozent auf 1331 zurück. Bei den Schwerverletzten (271) gab es ein Minus von 5,9 Prozent. 1467 Leichtverletzte bedeuten 0,3 Prozent mehr.
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Insgesamt starben im vergangenen Jahr auf den Straßen im Landkreis 14 Menschen – die niedrigste Zahl von Verkehrstoten seit dem Jahr 2000 und drei weniger als 2008. Neben drei Autofahrern und einem Beifahrer im Personenwagen sind fünf Fußgänger, drei Motorradfahrer sowie zwei Radfahrer ums Leben gekommen. An den Ursachen der Unfälle mit Verletzten und Getöteten hat sich wenig geändert: 902 passierten wegen Missachtung der Vorfahrt (plus 71) und 413 (108 mehr) wegen überhöhter Geschwindigkeit.
Auch wenn die Senioren keine Raser sind, bauten sie 2009 doch mehr Unfälle: 940-mal waren sie die Verursacher, eine Zunahme um 1,8 Prozent. Offenbar lasse das Reaktionsvermögen der älteren Menschen nach, schreibt die Polizei und stützt sich auf die Hauptursachen: Verletzung der Vorfahrt sowie Fehler beim Wenden und Rückwärtsfahren.
Die Polizeidirektion Ludwigsburg ist auch für den 51 Kilometer langen Abschnitt der Autobahn zwischen der Anschlussstelle Mundelsheim und der Anschlussstelle Heimsheim zuständig, damit ebenfalls für das Leonberger Dreieck. Auf dieser Strecke krachte es 1515-mal und damit um 8,1 Prozent weniger als 2008. Die Zahl der Unfälle mit Personenschäden sank um 11,8 Prozent auf 195. Zwei Menschen erlitten tödliche Verletzungen, zwei weniger als 2008. Die Hauptursachen: zu viel Gas gegeben, Ladung nicht ausreichend gesichert, Fehler beim Spurwechsel und zu geringer Abstand.