Das Rottenburger Unternehmen „Futter für Tiere in Not“ wirbt Futterpaten für Tierheime und Tierschutzvereine an. Doch ein großer Teil der von Tierfreunden überwiesenen Gelder komme dem Tierschutz nicht zugute, so die Kritik des Deutschen Tierschutzbundes. Der Ludwigsburger Tierschutzverein kündigte nun die problematische Zusammenarbeit mit der Organisation.
Nach Berechnungen des Deutschen Tierschutzbundes bleiben rund die Hälfte der von Futterpaten eingezahlten Gelder beim Unternehmen „Futter für Tiere in Not“. „Sehr kritisch“ sieht der Tierschutzbund, nach Aussage seines Sprechers Steffen Buys, insbesondere auch die Werbungstaktiken der Organisation: „Es wird in Drückermanier agiert.“ Nicht nur an Infoständen, beispielsweise in Einkaufszentren, versuchten Handelsvertreter von „Futter für Tiere in Not“, Paten anzuwerben. Sie klingelten oftmals auch direkt an den Haustüren.
Die abgeschlossenen Patenschaften zählten nicht als Spenden, sagt Herbert Lawo, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes, vielmehr seien es feste vertragliche Vereinbarungen. Danach verpflichteten sich die Paten, zwischen sieben und 56 Euro monatlich bei einer Mindestlaufzeit von zwölf Monaten an „Futter für Tiere in Not“ zu überweisen.
Das Geld werde auf einem Futterkonto gutgeschrieben, so Geschäftsinhaber von „Futter für Tiere in Not“, Oliver Baur, auf Anfrage unserer Zeitung. Die Kooperationspartner, zu denen bisher auch der Ludwigsburger Tierschutzverein gehörte, könnten dann nach Bedarf Produkte bei ihnen bestellen. Auf genauere Nachfragen gab Baur keine Auskunft mehr.
Seit vier Jahren arbeiten die Ludwigsburger Tierschützer mit der bundesweit tätigen Organisation aus Rottenburg zusammen. Doch die Zusammenarbeit habe nicht dauerhaft funktioniert, berichtet Tierheimleiterin Ursula Gericke: „Mehrmals wurden Futterlieferungen ohne Vorwarnung nicht ausgeführt oder es kam nur ein Drittel der Bestellung an.“