19. Juni 2010 | Drucken | Versenden
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Der Lastwagen ist bereits geborgen, doch für die Einsatzkräfte gibt es noch viel zu tun. Die Fahrbahn muss gereinigt, die beschädigte Ampelanlage abgebaut und durch ein Provisorium ersetzt werden.
Der Lastwagen ist bereits geborgen, doch für die Einsatzkräfte gibt es noch viel zu tun. Die Fahrbahn muss gereinigt, die beschädigte Ampelanlage abgebaut und durch ein Provisorium ersetzt werden.
Bild: Holm Wolschendorf
LUDWIGSBURG

Tonnenweise Salz auf der Friedrichstraße

Autofahrer in und um Ludwigsburg mussten gestern Geduld beweisen: Gegen Mittag stürzte in der Friedrichstraße ein mit Streusalz beladener Lastwagen um. Stundenlang war die wichtige Verkehrsachse dicht. Erst in den Abendstunden rollte der Verkehr wieder in beiden Richtungen mehrspurig.

Das hat viele Fußball-Fans kalt erwischt: Auf dem Weg zum Spiel – sei’s beim Public Viewing oder vor dem Fernseher – ging im Stadtgebiet von Ludwigsburg gar nichts mehr. Der Grund: In der Friedrichstraße blockierte ein umgestürzter Lastwagen die Fahrbahn. Gegen 12.15 Uhr war der 25-jährige Fahrer mit seinem 40-Tonner in Richtung B 27 unterwegs. Der Polizei zufolge geriet der junge Mann aufgrund eines Fahrfehlers auf Höhe der Hohenzollernstraße zu weit nach links, fuhr dort auf die Verkehrsinsel und verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Sattelzug riss die Ampelbrücke herunter und kippte um. Die ganze Ladung – mehrere Tonnen Streusalz – rieselte auf die Fahrbahn.
Binnen kürzester Zeit stand der Verkehr rund um das Unfallgelände still. Die Polizei verschaffte sich mit Hilfe eines Hubschraubers einen Überblick. „Das wird noch Stunden dauern“, so Polizeisprecherin Daniela Waldenmaier kurz nach dem Unfall.

Polizei, Feuerwehr und die Technischen Dienste der Stadt eilten zum Unfallort. Sie mussten sich auch um die 28-jährige Autofahrerin kümmern, die auf der Gegenfahrbahn von dem Brummi auf Irrwegen überrascht wurde. Der Laster stieß gegen ihren Wagen, wobei sie sich verletzte. Gemeinsam mit dem Lastwagenfahrer wurde sie ins Krankenhaus eingeliefert.
Bis 15.30 Uhr rollte kein einziges Auto über die Friedrichstraße. Die Feuerwehr musste nicht nur ausgelaufenen Diesel binden, sondern auch tonnenweise Streusalz von der Fahrbahn beseitigen. Später rückten die Einsatzkräfte mit Schweißgeräten an: „Die große Schwierigkeit ist die Bergung der kaputten Ampelbrücke“, erklärte Polizeihauptmeister Achim Dieterich vor Ort. Doch auch dieser Schwierigkeit wurden die Einsatzkräfte Herr und so rollte pünktlich zum Feierabendverkehr zumindest einspurig der Verkehr wieder.
Über Bahnhofstraße und B 27 wurde umgeleitet. Das befürchtete Chaos blieb aus. Natürlich bildeten sich Rückstaus. „Schlimmeres konnte jedoch durch Sperrungen und rechtzeitige Umleitungen verhindert werden“, so die Polizei. So wurde unter anderem über den Rundfunk dazu aufgerufen, Ludwigsburg weiträumig zu umfahren.

Katja Sommer und Birgit Kalbacher