Noch unter dem Eindruck des Großbrandes vergangener Woche stand die Hauptversammlung der Ludwigsburger Feuerwehr am Freitag. Kommandant Andreas Thoß zog Bilanz und betonte, dass seine Wehr zu den besten zehn in Deutschland gehöre. OB Werner Spec sprach der Führung sein Vertrauen aus.
Ziel jeder Feuerwehr ist es, möglichst schnell am Einsatzort zu sein. „Erreichungsgrad“ nennt man diesen Qualitätsstandard, der sich aus mehreren Faktoren berechnet. In puncto Erreichungsgrad zählt die Feuerwehr Ludwigsburg jedenfalls zu den Besten. Laut Kommandant Andreas Thoß sogar zu den zehn besten in Deutschland.
Allerdings ging die Zahl der aktiven Mitglieder im vergangenen Jahr um 20 auf 449 zurück. Thoß vermutet, dass der wirtschaftliche Druck auf die Menschen zugenommen hat und sich daher weniger Freiwillige finden.
Im vergangenen Jahr hatte die Feuerwehr 825 Einsätze – vier mehr als im Vorjahr. Dabei wurden 47 Menschenleben gerettet. Die Zahl der Fehleinsätze sei rückläufig. Allerdings nehme die Einsatzzahl wegen Tieren zu. Thoß befürchtet auch für dieses Jahr wieder verstärkte Einsätze gegen gefährliche Raupen in Büschen und Bäumen.
Er zeigte Verständnis für die finanziellen Einschnitte für seine Feuerwehr aufgrund der schlechten Finanzlage der Stadt. Auch vor diesem Hintergrund gelte weiterhin: Nach vorne schauen. Immerhin steht im nächsten Jahr der 100. Geburtstag der Feuerwehr Ludwigsburg an.
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Lobend bewertete Andreas Thoß die Zusammenarbeit mit den anderen Hilfsdiensten wie DRK und THW und die gute interkommunale Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren, die sich auch bei Großbränden bewährt habe.
„Sie leisten hier eine tolle Arbeit und wir werden sie mit den notwendigen Mitteln ausstatten“, betonte Oberbürgermeister Werner Spec, der der Feuerwehrführung und der Mannschaft sein Vertrauen aussprach. Spec zeigte sich zuversichtlich, dass das Löschfahrzeug für die Oßweiler Abteilung in den nächsten Jahren beschafft werden könne. Das Nein im Gemeinderat zum Kauf des Fahrzeugs hatte bei der Feuerwehr Irritationen ausgelöst.
Kreisbrandmeister Arnd Marquardt versicherte der Ludwigsburger Wehr, dass sie eine tragende Rolle im Landkreis erfülle. 30 Prozent aller Einsätze im Kreis bewältigen die Ludwigsburger. Marquardt teilte mit, dass der Neubau des Neckarweihinger Feuerwehrhauses auf einem gutem Weg sei und eine hohe Priorität habe.
Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Helmut Wibel, würdigte das Engagement der Frauen und Männer in der Ludwigsburger Wehr und fügte hinzu, dass jeder Einsatz gefährlich sei, was sich mehrfach schon gezeigt habe.
Bisher sind 33 Jugendliche aus der Jugendfeuerwehr in die aktiven Abteilungen gewechselt. Jugendfeuerwehrwart Oliver Ladenburger berichtete in diesem Zusammenhang von den vielen Aktivitäten der 71 Jugendlichen. Kommandant Thoß kritisierte aber die Situation an der Landesfeuerwehrschule und den Stau an Ausbildungslehrgängen: „Uns gehen die Führungskräfte aus.“