15. März 2010 | Drucken | Versenden
vergrössern
Die Herren in dunklem Anzug: (von links) Landrat Dr. Rainer Haas, der neue Bürgermeister Thomas Schäfer, sein Vorgänger Werner Nafz und der stellvertretende Bürgermeister Peter Huber.
Die Herren in dunklem Anzug: (von links) Landrat Dr. Rainer Haas, der neue Bürgermeister Thomas Schäfer, sein Vorgänger Werner Nafz und der stellvertretende Bürgermeister Peter Huber.
Bild: Cathrin Müller
HEMMINGEN

Viel Zeit für den Enkel Konstantin

Ein großer Bahnhof: Hunderte Bürger, Kollegen, Freunde und Weggefährten waren gekommen, um Bürgermeister Werner Nafz nach 32-jähriger Amtszeit in den Ruhestand zu verabschieden. Auch der frischgebackene EU-Kommissar Günther Oettinger schaute vorbei.

Besonders freute sich Werner Nafz über die Verleihung der Ehrenbürgerwürde. In einer Gemeinderatssitzung habe er von der Auszeichnung erfahren. „Ich habe meinen Dienst getan und dafür mein Schmerzensgeld erhalten. Damit habe ich ehrlicherweise nicht gerechnet“, sagte Nafz.
Das Startsignal für die Feierlichkeiten gaben die Schützen mit Böllerschüssen. Der erste stellvertretende Bürgermeister, Peter Huber, moderierte die Veranstaltung charmant und humorvoll. „Eine Ära geht zu Ende“, sagte Landrat Haas. Mit 32 Jahren Amtszeit sei Nafz der zweitdienstälteste Bürgermeister im Landkreis. „Das ist ein echtes Lebenswerk.“ Die Liste der gelungenen Projekte ist lang. Haas nennt die Öffnung des Schlossparks, die Ortskernsanierung und die moderate Ausweisung von Baugebieten für die Bevölkerung und das Gewerbe. „1985 ist Ihnen ein besonderer Schachzug gelungen, da sind Sie Schlossherr geworden. Immer wenn ich hierher komme, muss ich Sie beneiden.“, sagte Haas.
Günther H. Oettinger, der sich verspätet hatte, wirkte etwas müde, kam auf der Bühne jedoch wieder auf Betriebstemperatur. Er beglückwünschte Werner Nafz zu seiner Lebensleistung und seinem Lebenswerk. „Das pulsierende Leben, das Herz, das in Hemmingen überall spürbar ist, ist Ihnen zu verdanken“, sagte der ehemalige Ministerpräsident.
Angesichts der schwierigen Zeiten sprach Oettinger die Vermutung aus, dass nach der Krise „nichts mehr so sein wird wie vorher. Man muss kämpfen“. Die letzte Vermutung, die Oettinger offen aussprach, ging direkt an Nafz und traf die Herzen der Gäste: „Ich glaube, Sie werden ein guter Opa.“ Enkel Konstantin, der mehrfach erwähnt wurde, dürfte sich über den Ruhestand seines Großvaters freuen. Der Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten fand allerdings vor dessen Geburt statt, betonte der ehemalige Schultes. Jedoch habe man später das breite Angebot selbst zu schätzen gewusst.

Anzeige
Stets fair, um Harmonie bemüht, sparsam und offen für die Belange seiner Mitarbeiter und der Hemminger Bürger – so beschrieben die Redner Werner Nafz. Doch niemals geht man so ganz: Als Kreisrat wird er sich weiterhin für Hemmingen einsetzen.
Für eine angenehme Auflockerung der Rednerblöcke sorgten musikalische Darbietungen: Nina Walther, erfolgreiche Jugendmusikschülerin, deren Auftritt sich Nafz gewünscht hatte, bezauberte mit gefühlvollem Querflötenspiel. Einen peppigen Liedtext hatte die Singgemeinschaft Hemmingen auf Nafz gedichtet. Die Abteilung Turnen des GSV Hemmingen zeigte sportliche Einlagen. Als Schlussbild hielten die Turnerinnen Plakate mit ihren Gedanken und Wünschen für Nafz’ Zukunft hoch: mehr Freizeit, ausschlafen, Sprung ins neue Leben, mit Enkelkindern spielen – „Yes you can“.
Und die Landfrauen präsentierten ihre anmutige Seite bei einer Walzeraufführung. Schallendes Gelächter erntete Peter Huber mit seiner Anmoderation: „An der schönen blauen Donau von Franz Josef Strauß“, und fügte sogleich vergnügt hinzu, dass er nur habe testen wollen, ob noch alle wach seien.
Es war ein Abend in lockerer und humorvoller Atmosphäre, trotz Platzzuweisung und genauer Vorgaben der Redezeiten. Neben den vielen netten Worten setzte mancher Redner einen freundlich verpackten Seitenhieb auf den Verwaltungsverbandspartner Schwieberdingen, oder umgekehrt, in Richtung Hemmingen.
Laut lachen mussten die Gäste im Saal über Nafz’ Wort an seinen langjährigen Bekannten, Bürgermeister Gerd Spiegel: „Es tut mir leid, dass ich Sie jetzt mit Ihren Schwieberdingern alleine lassen muss.“Unterstützung für den Neuen im Rathaus

Silvia Haiduk
» Unterstützung für den Neuen im Rathaus

Unsere Sonderthemen
gesund & aktiv 2012
Ludwigsburger Gesundheitstage im
Forum am Schlosspark. Samstag und Sonntag.

Bildergalerien
» alle Bildergalerien
Schneeschuh-
wanderung im Allgäu
Schneeschuhtour_Startbild.jpg
Fasching in Neckarweihingen 2012
09_Fasching Neckarweihingen_9.jpg
Leben mit der Natur
Alles zum Thema ...
Leserfotos
Zeitung in der Schule
Geschichts-Portal