Wer heute noch einen VW-Käfer fährt, der will nicht einfach nur von A nach B kommen. Der Käfer ist kein Gefährt, er ist ein Gefährte. Ein Lebensgefährte. Beim Käfer-Treffen in Ludwigsburg hat die LKZ mit drei Käfer-Fans und ihren rollenden Partnern gesprochen.
Käfer-Treffen am Wochenende auf dem Parkplatz an der Eglosheimer Fröbelstraße. 300 Kult-Autos aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland sind aufgereiht. Die Sonne scheint, die polierten Käfer glänzen. Und die stolzen Besitzer strahlen mit ihren Lieblingen um die Wette.
Zum Beispiel Yvonne Martin (31) aus Heimsheim. Die Justizangestellte fährt ein 1303 Cabrio, Baujahr 1976. Sie lacht gerne und hat allen Grund dazu. Schließlich hat sie Willy und der macht ihr viel Freude. Willy ist ihr Käfer und der hat sie „noch nie im Stich gelassen“.
Für Yvonne Martin ist Fahren mit ihrem Käfer ein sinnliches Erlebnis, bei dem der Weg das Ziel ist. Die beiden ziehen „nur bei schönem Wetter“ los. Für den grauen Alltag steigt die Heimsheimerin um auf einen „Golf“.
Nein, ein Käfer hat keinen Nutzen. Er ist das reine Vergnügen. Vor fünf Jahren hat die Justizangestellte ihren schwarzen Käfer gekauft und auf den Namen Willy getauft. „Er ist mein Baby, den geb ich nimmer her.“ Und falls das Baby mal ein Wehwehchen hat, dann kümmert sich sozusagen der Opa darum. „Mein Vater ist Kfz-Meister“, erklärt die 31-Jährige. Günther Siegel (61) aus Biberach greift selbst zum Werkzeug, falls an seinem Prachtstück mal was klappert. Aber an seinem 1303-Cabrio von 1979 scheppert fast nie was. Der Käfer mit dem anthrazitgrauen Metalliclack sieht aus wie neu.
„Er hat erst 20 000 Kilometer auf dem Tacho.“ Vor vier Monaten hat er ihn gekauft. „Er gehörte einem 76-Jährigen aus Kornwestheim und der ist fast nie damit gefahren.“ 17 000 Euro hat Günther Siegel für das Cabrio bezahlt. „Neu kostete es damals 13 000 Mark.“ Ein gutes Geschäft für den alten Besitzer, aber auch für den neuen: „Heute noch an einen so gut erhaltenen Käfer zu kommen, ist wie ein Sechser im Lotto.“