Wenn der Mann brutal zuschlägt oder seine Familie bedroht, sind Frauenhäuser für die Opfer oft der letzte Zufluchtsort. Dort können sie mit ihren Kindern nicht nur eine Zeit lang wohnen, sie bekommen auch seelische Unterstützung und praktische Hilfe beim Weg in die Unabhängigkeit. Wenn denn ein Platz frei ist.
„15 Plätze für die 520 000 Einwohner des Landkreises Ludwigsburg sind eine extrem dünne Versorgung“, erklärt die Leiterin des einzigen Ludwigsburger Hauses, Adelheid Herrmann vom Trägerverein Frauen für Frauen.
So empfiehlt der Europarat einen Frauenhausplatz pro 7500 Einwohner. Eine Zahl, die in Deutschland aber einzig in Bremen erreicht und sogar noch überschritten wird. Doch schon der Blick in den Kreis Esslingen, der nach Einwohnerzahl und -struktur gerne mit Ludwigsburg verglichen wird, wo es aber drei Frauenhäuser gibt, zeigt den Unterschied.
Zwar bietet auch der Platzverweis, der prügelnde Männer für eine gewisse Zeit von ihren Opfern fernhält, inzwischen vielen Gewalt ausgesetzten Frauen die Chance, lediglich mit Hilfe der Interventionsstelle des Vereins Frauen für Frauen ihr Leben in sicherere Bahnen zu lenken. Dass es trotzdem noch immer zu viele misshandelte Frauen und Kinder gibt, die den Schutz des Frauenhauses brauchen, zeigen die Zahlen (siehe Kasten).
Geändert hat sich im Lauf der Jahre allerdings die Klientel: Waren anfangs, vor knapp 30 Jahren, Frauen aus allen Schichten zu betreuen, sind es inzwischen überwiegend Hartz IV- und Sozialhilfe-Empfängerinnen. Sie bekommen den dafür nötigen Tagessatz aus öffentlicher Hand bezahlt.