Ludwigsburg – Ob mit Bus, Bahn oder Auto: Viele Menschen pendeln jeden Tag zur Arbeit. In ganz Deutschland haben rund 10,5 Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz in einem anderen Kreis als ihren Wohnsitz. Von allen Beschäftigen im Landkreis Ludwigsburg pendeln knapp 80 000 in Nachbarkreise.
Die Menschen arbeiten in der Stadt, leben aber auf dem Land. Dieses Muster bestätigt die Bundesagentur für Arbeit, die eine Rangliste der Auspendler erstellt hat. Unter 413 Kreisen und kreisfreien Städten belegt der Landkreis Platz 176. Von den knapp 516 000 Einwohnern sind mehr 190 137 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Davon arbeiten 79 603 nicht im Landkreis selbst, sondern in der Umgebung (41,9 Prozent).
In Stuttgart hingegen fällt die Zahl der Auspendler vergleichsweise gering aus: Nur 32,5 Prozent der beschäftigten Stuttgarter verlassen die Landeshauptstadt zum Arbeiten (64 981 von 200 061 Beschäftigten). Den niedrigsten Wert der Region erreicht der Landkreis Göppingen mit 31,2 Prozent. Von 87 573 Beschäftigten pendeln 27 284. Die höchste Quote berufstätiger Pendler hat die Stadt Heilbronn. 45,7 Prozent der 40 057 Beschäftigten arbeiten woanders.
Den Weg zur Arbeit verbringen dabei die meisten im Auto: 68 Prozent der Beschäftigten fahren mit ihrem Wagen, nur 19 Prozent nutzen öffentliche Verkehrsmittel. Manch einer kommt nur am Wochenende nach Hause, weil die Strecke fürs tägliche Hin- und Herfahren einfach zu weit ist. Das ergab eine Studie der Zeitarbeitsfirma Randstad, bei der mehr als 800 Personen aus verschiedenen Branchen befragt wurden.
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Im Durchschnitt, so die Untersuchung, liegen 44 Kilometer zwischen Schreibtisch und Nachttisch. Für diese Strecke braucht der Durchschnittsbeschäftigte täglich 90 Minuten. Das sorgt bei vielen für schlechte Laune, denn: Maximal 70 Minuten sind Arbeitnehmer bereit, für den Arbeitsweg zu investieren. Mit jeder Minute Pendeln pro Tag sinkt das allgemeine Wohlbefinden. Der Studie zufolge verringert sich schon bei 20 Minuten Fahrtzeit die Zufriedenheit um zwölf Prozent.
Demnach müssten die Arbeiter und Angestellten in deutschen Metropolregionen besonders zufrieden sein, denn hier ist die Auspendlerquote gering: Hannover und Berlin (13,7 Prozent) oder Hamburg (13,9 Prozent) gehören dazu wie auch einige Kreise in Baden-Württemberg. Unter den fast elf Millionen Einwohnern im Land sind 3 710 000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Davon haben nur 188 155 ihren Arbeitsplatz woanders. Dies kann aber daran liegen, dass viele Regionen an Frankreich oder die Schweiz grenzen und die Pendlerquoten daher einer statistischen Verzerrung unterliegen. Denn die Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit basiert auf Angaben der Arbeitgeber in Deutschland und erfasst damit keine Arbeitnehmer, die ihren Arbeitsplatz im Ausland haben. Gerade aus diesen Grenzregionen sind dies aber viele.
Über Bundesländergrenzen hinweg pendeln – das ist vor allem in der Nähe von Metropolregionen der Fall. Die mit Abstand höchste Auspendlerquote im Vergleich der Bundesländer verzeichnet Brandenburg (28,4 Prozent), was durch seine Lage rund um die Hauptstadt nicht überrascht. Dahinter folgen Schleswig-Holstein (21,3 Prozent) und Rheinland-Pfalz (20 Prozent), aus denen viele Arbeitnehmer nach Hamburg beziehungsweise Frankfurt zur Arbeit fahren. Selten zieht es Arbeitnehmer aus Nordrhein-Westfalen (4,2 Prozent), Bayern (4,8 Prozent) oder Baden-Württemberg (5,1 Prozent) in andere Bundesländer.