Art Director auf einem Luxusschiff: Hört sich nach einem Traumjob an. Esther Baumgärtner kommt gerade von einer dreimonatigen Arbeitsreise auf der MS Europa wieder, die sie von Spanien bis Australien führte. Die 38-Jährige ist für das Setzen und Drucken der Tageszeitungen zuständig, macht das Tages- und Hafenprogramm sowie die Speisekarten für die vier Restaurants.
Ein Traumjob? „Ich reise, verdiene dabei mein Geld und bin jeden Tag woanders. Auf der anderen Seite arbeite ich sieben Tage die Woche“, sagt Baumgärtner, die in Hohenhaslach lebt. Wobei – während die 38-Jährige so erzählt, was sie während der vergangenen drei Monate auf der MS Europa und bei den Landgängen gemacht hat, fügt sie plötzlich an: „Ich habe eine Menge erlebt.“
Wenn sie nicht auf der MS Europa als Art Director arbeitet, dann geht Esther Baumgärtner ihrem anderen Beruf nach: Sie ist seit 2004 freiberufliche Print- und Webdesignerin. Baumgärtner hat zuvor Berufserfahrung im Bereich Öffentlichkeitsarbeit gesammelt und eine Weiterbildung zur News-Designerin und Infografikerin gemacht.
Um es gleich vorwegzunehmen: Nein, die MS Europa ist nicht die MS Deutschland – das Traumschiff, das im Fernsehen mit allerlei Prominenten an Bord durch die Welt schippert. „Die beiden Schiffe stehen in Konkurrenz“, erklärt Baumgärtner. Doch Prominente kommen auch immer wieder an Bord der MS Europa. So wurde Weihnachten mit Roberto Blanco gefeiert, und auch Elke Heidenreich und Udo Jürgens zählten zu den Gästen.
Esther Baumgärtner arbeitet gemeinsam mit Boris Trelle in einem kleinen Büro. Trelle ist der sogenannte Editorial Supervisor. Er liest unter anderem die Texte Korrektur. „Viel Platz haben wir nicht“, fügt die 38-Jährige hinzu. PCs, zwei Schwarz-Weiß- und ein Farb-Kopier-Drucker gehören zur Ausrüstung. Baumgärtner bekommt zwei überregionale Zeitungen in einer Kurzversion per E-Mail geliefert – zehn Seiten, also fünf DIN-A3-Blätter. Die Zeitungen werden an Bord gedruckt und getackert. In einer Vollver- sion, also wie im Laden an Land, erhalten die Gäste auf Wunsch auch andere große Blätter.
Damit auch der Teil der Schiffs-Crew, der nicht Deutsch spricht, weiß, was in seiner Heimat los ist, werden zudem philippinische, brasilianische oder rumänische Zeitungen gedruckt.