„Die Marbacher Feuerwehr ist eine der innovativsten im ganzen Landkreis“, lobte Kreisbrandmeister Arnd Marquardt auf deren Hauptversammlung. Hier würde ein einzigartiges Qualitätsmanagement gelebt und neue Wege in der Ausbildung und bei der Fahrzeugbeschaffung beschritten. Und: „Interkommunale Zusammenarbeit sei selbstverständlich.“
Sowohl von der Summe als auch von der Art der Einsätze sei 2009 ein Standardjahr gewesen, berichtete Kommandant Ulrich Schroth. 117-mal rückten die Floriansjünger aus und leisteten dabei über 2300 Stunden Arbeit ab. 52 Brände wurden gelöscht, 45-mal wurde technische Hilfe geleistet. 22 Personen wurden gerettet, bei dreien kam jedoch jede Hilfe zu spät. 32 Sicherheitswachdienste wurden geschoben. Tierrettungen und Fehlalarme gab es jeweils zehn. 95-mal wurde bei Übungen der Ernstfall trainiert und 22 Schulungen besucht, 85-mal saßen die Floriansjünger zudem zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch zusammen. 16-mal wurde die Feuerwache besichtigt.
Die Marbacher Feuerwehr ist mit ihren Abteilungen in Rielingshausen und Siegelhausen gut aufgestellt: Zusammen sind es 126 Kameraden, die aktiv Dienst leisten, 21 Mitglieder zählt die Jugendfeuerwehr und 41 Angehörige die Alterswehr.
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Fast schon kabarettistische Züge nahm der Bericht des Siegelhäuser Abteilungskommandanten mit seinen sechs Mitstreitern an. „Bei der Einsatzstatistik rangieren wir eher am unteren Rand“, meinte Helmut Rath. Nicht ein einziges Mal rückten sie aus. „Bei uns auf dem Dorf wird nicht wegen jeder Kleinigkeit die Wehr gerufen und Wespen sind bei uns normal.“ Dennoch beantragte er eine eigene Drehleiter für den Weiler. Die brauche man, wenn das leerstehende „Hochhaus“ zur Künstlerkolonie werde: „In die oberen Etagen kommen wir mit unseren Steckleitern nicht ran.“ Dieser Antrag wurde mit Gelächter sofort abgelehnt. Dagegen wurden zwei Fahrzeuge auf eher ungewöhnliche Weise beschafft: Ein Mannschaftstransporter und ein Kommandowagen. Beide haben Dienst bei der Polizei gefahren und waren Leasingrückläufer.
Wie wichtig es ist, ständig aus der Erfahrung zu lernen, berichtete Qualitätsmanager Veit Keim. Nach drei Minuten werde der Rauch für den Menschen unerträglich. Entweder er versuche, sich mit einem Sprung aus dem Fenster zu retten oder er werde bewusstlos. Nur 17 Minuten bleiben, um ein Opfer zu reanimieren und nur 18 Minuten dauere es, bis die Fenster bei einem Wohnungsbrand platzen und den Flammen tödliche Sauerstoffnahrung geben. Jeder Einsatz und jede Übung werde gemeinsam analysiert, um Fehler zu eliminieren.
Die Stadt werde alles tun, so Bürgermeister Herbert Pötzsch, dass die technische Ausrüstung für den „Tag X“ vorbereitet sei. Die Tagesverfügbarkeit bei Einsätzen werde noch Sorge bereiten. Es sei wichtig, den Nachwuchs heranzuführen und bei Arbeitgebern um Freistellung zu werben.