(red) – Anlässlich des 450. Todestags von Philipp Melanchthon fuhren Mitglieder des Besigheimer Geschichtsvereins in dessen Geburtsort Bretten, um vor Ort mehr über sein Leben und Wirken zu erfahren.
Eingerahmt wurde die zweistündige Führung von Aussagen Melanchthons, die die zweite Vorsitzende Dr. Birgit Luscher vortrug: „Wir sind zum wechselseitigen Gespräch geboren. Das Gespräch ist die Mutter des Segens. Es kann kein Zweifel bestehen, dass der Lebensform des Lehrens und Lernens das größte Wohlgefallen Gottes gilt“, rezitierte sie.
Das monumentale, neugotische Museum am Ort des einstigen Geburtshauses von „Philipp Schwartzerdt“, das der Großherzog von Baden erbauen und mit viel Pomp 1903 einweihen ließ, enthält heroisierend Abbildungen und Wappen im Zusammenhang mit dem Leben und Wirken des „Präzeptor Germaniae“ (Lehrmeister Deutschlands). Zu sehen sind auch zahlreiche schriftliche Dokumente aus der Zeit Luthers und Melanchthons – unter anderem die Abfassung des protestantischen Augsburger Bekenntnisses aus dem Jahr 1530.
Bei der Führung durch die Stadt beeindruckten vor allem die zahlreichen alten Gebäude ab der beginnenden Neuzeit um 1500, die durch die beiden Reformatoren eingeläutet wurde.