9. März 2010 | Drucken | Versenden
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So geht’s richtig: Am Zipfelbach fliegen die Späne.
So geht’s richtig: Am Zipfelbach fliegen die Späne.
Bild: Holm Wolschendorf
REMSECK

Mit dem Sägen kommt auch der Schweiß

Sandra Disam kommt ganz schön ins Schwitzen. Der Feuerwehrfrau bringen weder das kalte Wetter noch der Schnee, der am Samstag fällt, eine Abkühlung. Denn die Arbeit mit der Motorsäge ist vor allem eines: schweißtreibend. Das merken auch die 23 anderen Teilnehmer des Kurses, bei dem die Feuerwehr Remseck den richtigen Umgang mit der Motorsäge näher bringt.
Und wie könnte so etwas besser gemacht werden, als mit praktischen Übungen? Bereits am frühen Morgen dröhnen die Motorsägen über das Gelände am Zipfelbach in Hochdorf. Dort hat die Stadt vor einiger Zeit Bäume gefällt, die werden nun weiter zerschnitten. In Sechsergruppen aufgeteilt ackern sich die mit Schutzhelmen und robuster Kleidung ausgestatteten Männer – viele vom Obst- und Gartenbauverein Neckarrems – und Sandra Disam Stück für Stück vorwärts. „Halt!“, ruft Feuerwehrkommandant Helmut Wibel, und geht auf einen jungen Mann zu, der gerade versucht, seine Motorsäge anzumachen. Der will das nämlich im Stehen machen, und das ist nicht richtig. Jetzt liegt die Säge auf dem Boden, er zieht an der Leine. Nach drei, vier Versuchen läuft die Maschine.

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„Die stellen sich ganz gut an“, sagt Wibel über die Kursteilnehmer. Dennoch „werden die später ganz schön platt sein“. Zwar brauche man beim Sägen, wenn man es richtig mache, nicht so viel Kraft, „man lässt die Motorsäge für sich arbeiten“. Aber so viel Routine haben die Kursteilnehmer noch nicht. Schließlich geht es bei der zweitägigen Übungseinheit darum, erst einmal den Umgang mit dem Gerät zu lernen.
Sandra Disam hat noch keinen Muskelkater, „aber der wird wohl noch kommen“, sagt die Feuerwehrfrau und lacht. Ihr Kollege versucht derweil, die Säge zu starten. Etwa sechsmal hat er an der Schnur gezogen, aber nichts tut sich. „Hast du schon mal in den Tank reingeschaut?“, will Jürgen Geiger wissen. Etwa 250 Milliliter Sprit passen in den Tank. „Wenn man stark sägt, reicht der Sprit etwa für eine Stunde“, sagt ein Feuerwehrmann. Ein kurzer Blick in den Tank genügt, „da ist nicht mehr viel drin“. Die Motorsäge wird zum provisorischen Tankplatz getragen und aufgefüllt. Sie läuft einwandfrei.
Bei einem anderen Kursteilnehmer kann nur noch der Keil helfen: Seine Säge hat sich in dem dicken Baumstamm eingeklemmt. Der Mann holt einen Plastikkeil, rammt ihn in den Schlitz, der sich daraufhin weitet und schon kann weitergearbeitet werden. Kaum läuft die Säge wieder, fliegt der Plastikkeil in hohem Bogen durch die Luft. „So etwas muss man immer beachten“, sagt Wibel. Deswegen werden die Teilnehmer nicht nur über Technik informiert, sondern vor allem in Sicherheitsfragen geschult. Damit ist nicht nur die Kleidung gemeint: „Man muss das Holz beobachten“, sagt der Kommandant. Wo muss ich mich beim Sägen hinstellen? Wo könnte das Holz ausbrechen? Jeder Baumstamm ist anders, „Holz entwickelt eine ganz eigene Eigendynamik“.

Dorothee Kauer