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Ludwigsburger Team etabliert sich in der Rad-Bundesliga

Ludwigsburg – In seiner ersten Saison in der Rad-Bundesliga hat sich die neue Ludwigsburger Mannschaft gleich auf Platz 10 geschoben. Manager Chris Dörle zieht nach dem letzten Rennen am vergangenen Wochenende in Berlin eine positive Bilanz.

Bild: privat

In der Hauptstadt waren zum Abschluss die Bahnspezialisten gefragt. Der Ludwigsburger Tim Rapczynski, der Benninger Nicolai Peglow und Martin Gaber aus Straubing sicherten mit dem neunten Platz die angestrebte Position unter den Top Ten in Deutschland ab.
Die besten Platzierungen gelang dem Team Corratec RSC Komet Ludwigsburg mit den sechsten Rängen beim Heimrennen in Neckarwestheim und beim Durchgang im Erzgebirge. Dörle rechnet es seinen „richtigen Amateuren“ hoch an, „dass sie mit Leuten mitfahren, die nur noch Radfahren“. In der Bundesliga sind mehrere Profiteams im Einsatz. Dazu gehören auch Tabellenführer Bianchi Rad-Team Berlin und der schärfste Verfolger, Team Brandenburg.
Chris Dörle, früher selber im Rennsattel aktiv, wählte einen anderen Ansatz, als er im vergangenen Jahr seinen großen Traum, ein Bundesligateam in Ludwigsburg, verwirklichte: „Bei mir muss jeder eine Alternative haben, so dass er nicht davon leben muss.“ Ins Team Corratec findet nur Aufnahme, wer in die Schule geht, eine Ausbildung absolviert oder im Beruf steht.
Die Grundvoraussetzungen erschweren Dörle zwar manchmal die Termingestaltung und schränken die jungen Sportler in ihrer Leistungsentwicklung ein. Dafür stehen sie aber auf sicherem Boden. Dörles zweite eindeutige Losung: „Doper haben bei uns nix verloren.“ Vertrauen ist gut, Kontrolle besser: „Ich gehe durch die Zimmer und schaue da genau nach.“ Der Team-Manager setzt sich für den ehrlichen Weg ein und ärgert sich maßlos, „wenn da wieder ein Idiot kommt, der das Ganze untergräbt“ – wie zuletzt Tour-de-France-Sieger Alberto Contador.
Mit seiner kompromisslosen Haltung gewann Chris Dörle beim Aufbau des Teams den bayerischen Radhersteller Corratec als Hauptsponsor. Eine Rennmaschine kostet 4000 Euro, 16 stehen für die 14 Fahrer im Stall. Auch lokale Sponsoren wie der frühere RSC-Vorsitzende Konrad Werner engagieren sich. Der Unternehmer übernimmt die Kosten für die Fahrten zu den Rennen.
Auch im kommenden Jahr wird Ludwigsburg in der Rad-Bundesliga vertreten sein. Damit bekommt der RSC-Nachwuchs eine Plattform, sich mit starken Konkurrenten auf hohem Niveau zu messen, und wechselt nicht – wie das früher oft der Fall war – zu einem anderen Verein.
Das Team Corratec ist der einzige württembergische Vertreter in der Eliteklasse, die im kommenden Jahr von 13 auf 18 Mannschaften aufgestockt werden soll. Dadurch erhält Ludwigsburg Zugkraft für Talente aus der Region. Enge Zusammenarbeit wird mit dem RSV Öschelbronn gepflegt, wo ein Profiteam aufgebaut werden soll.
Höhepunkte der Saison 2010 waren für die Ludwigsburger Pedaleure die Rundfahrten in Marokko, Frankreich und Rumänien. Eine Traumreise steht noch bevor: Vom 16. bis 24. Oktober fährt das Team Corratec bei der Brasilien-Tour – satte 1400 Kilometer. Als Gastfahrer ist Björn Thurau dabei, der Sohn des früheren Tour-de-France-Helden Didi Thurau.

Erich Wagner
07. Oktober 2010
Bundesliga-Trainer 2011/2012
Traum 11 - Der LKZ-Bundesliga-Trainer
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