4. Juni 2010 | Drucken | Versenden
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Das Ausreißer-Trio: Alexander Aeschbach, Roland Golderer und Markus Reichert (von links).
Das Ausreißer-Trio: Alexander Aeschbach, Roland Golderer und Markus Reichert (von links).
Bilder: Baumann

Lokalmatador Aeschbach beißt sich förmlich ins Rennen rein

Ludwigsburg – Im richtigen Moment schlug der Lokalmatador doch noch zu. Mit dem Gewinn der letzten drei Wertungssprints stellte Profi Alexander Aeschbach vom RSC Komet Ludwigsburg die Rangfolge des 43. Eglosheimer Radkriteriums auf den Kopf.

Der Wahl-Stuttgarter fing den lange Zeit führenden Sebastian Frey (Team Baier Landshut) ab. Nach den 90 Runden (81 Kilometern) hatte „Aeschby“ Aeschbach 20 Punkte auf seinem Konto und durfte jubeln.
Dahinter folgten Frey (17 Punkte), Fabian Schnaidt (AC Weinheim/13) und Jonathan Obländer (Radsport Rhein-Neckar/12). Dieses Trio hatte bei den ersten sechs Sprints um die Zähler zumeist den Ton angegeben.
Als das Rennen gestern in der Teinacher Straße in Eglosheim gestartet wurde, war der Rundkurs noch feucht und nicht ungefährlich. Die Verantwortlichen vom RSC Komet Ludwigsburg registrierten schon erleichtert, dass der Regen aufgehört hatte.
Es dauerte nicht lange, da hatte Chris Dörle, Teamchef des Bundesligateams Corratec RSC Komet, den ersten Ausfall zu verzeichnen. Mit blutenden Knien humpelte Marcel Weber auf dem Gehweg zum Ziel. In einer Kurve hatte es ihn erwischt. In der 35. Runde stoppte ein Plattfuß Aeschbach – es schien nicht der Tag des RSC Komet zu werden. Mit einem schnellen Reifenwechsel blieb der Routinier in der Rundenjagd.

Die Hoffnungen von Vorjahresgewinner Erik Hoffmann (Team Baier Landshut) auf einen erfolgreiche Titelverteidigung wurden dagegen durch die streikende Technik zerstört. Erst entwich die Luft aus einem Reifen, dann riss ihm die Kette.
In der 65. Runde erfolgte endlich der Vorstoß, den Streckensprecher Eugen Wondratsch so lange vermisst hatte. Aeschbach inszenierte ihn, unterstützt von Roland Golderer (RSV Schwalbe Ellmendingen) und Markus Reichert (RV Germania Forst). Das Trio arbeitete glänzend zusammen, vergrößerte seinen Vorsprung und schien drauf und dran, einen Rundengewinn herauszufahren.
Der Bundestagsabgeordnete Harald Leibrecht fand derart Gefallen an der rasanten Fahrt, dass er spontan eine Überrundungsprämie von 100 Euro aussetzte. Aeschbach, Golderer und Reichert probierten alles, vermochten aber nicht mehr ganz von hinten zum Feld aufzuschließen.
Dafür ging Aeschbachs Plan auf: Mit zweimal fünf Zählern und den zehn Punkten für den doppelt gewerteten Schlusssprint katapultierte er sich an die Spitze. Dabei musste er sich in dieses Rennen förmlich hineinbeißen: „Am Anfang war ich ziemlich am Sack.“
Kein Wunder: Am Sonntag war der 35-jährige Schweizer noch in Dijon (Frankreich) im Einsatz, am Dienstag in Zürich auf der Bahn. Aus diesem Holz müssen Profis geschnitzt sein.

Erich Wagner
» Heimsiege sind rar

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