6. November 2008 | Drucken | Versenden
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Spaß haben und dabei lernen: Verleger Klaus Adlung mit seinen Manimals-Varianten.
Bild: Richard Zeller
REMSECK

55 Tiere der Wilhelma auf Karten vereint

Anfangs seien sie schon skeptisch gewesen, erzählt Karsten Adlung von seinem ersten Gespräch mit Verantwortlichen beim Stuttgarter Wilhelma-Zoo. Doch der Remsecker überzeugte mit seinem Konzept: Sein Kartenspiel Manimals, das für das Spiel des Jahres 2007 nominiert war, gibt es nun als eigene Wilhelma-Ausgabe.

Das Prinzip des Kartenspiels, das seit zwei Wochen beim Hochberger Adlung Verlag erscheint, ist einfach, aber doch außergewöhnlich: Auf jeder der 55 Spielkarten ist auf der Vorderseite ein gezeichnetes Tier abgebildet, auf der Rückseite gibt es eine Reihe an Informationen dazu. Und diese sind nicht als schnöder Text verpackt, sondern mit Symbolen gekennzeichnet.
Der Große Ameisenbär etwa, der auf dem Bild seine Zunge in einen Termitenbau steckt, ist ein Säugetier. Das zeigt das rosa Euter, der auf der Rückseite gedruckt ist. Und das Stück Fleisch, das ebenfalls als Symbol abgebildet ist, erklärt, dass der Ameisenbär ein Fleischfresser ist.
Und nicht nur Kinder, auch Erwachsene können bei Manimals – das sich aus den englischen Wörtern many und animals, also viele Tiere zusammensetzt – noch eine Menge lernen. Davon ist zumindest Karsten Adlung überzeugt. Auf ihn selbst trifft das auch zu, obwohl er sich als Tierfan bezeichnet. Unzählige Bücher hat er zu Hause, die er immer wieder durchforstet. Bei dem aktuellen Wilhelma-Spiel hat der Zoo, genauer die Wilhelmaschule, die Tiere ausgewählt, die auf die Karten sollen. Dem Verleger war dabei wichtig, dass auch das Okapi, eine Art Waldgiraffe, vertreten ist: „Das ist das Lieblingstier meines Neffen.“

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Als die Auswahl getroffen war, haben sich die Illustratoren ans Werk gemacht. Biologen und Adlung selbst überprüften die Zeichnungen. Ab und an gab es kleine Änderungswünsche. Beim Kongo-Pfau waren die Federn zu kurz, bei einem anderen Tier hat noch eine Zehe gefehlt. „Das Zweifinger-Faultier hat an den hinteren Beinen drei Krallen, wussten Sie das?“, fragt der Hochberger. Sehr spannend finde er es, auf diese Weise etwas dazuzulernen.
Denn das Kartenspiel soll nicht nur Spaß machen, sondern auch einen Lerneffekt haben. Der Verlag stellt Spiele her für Therapie, Pädagogik und Erziehung – „aber ohne erhobenen Zeigefinger“. Mit der neuen Manimals-Variante etwa könnten Zoobesucher auf ihre ganz persönliche Entdeckungstour durch den zoologisch-botanischen Garten gehen. Das klappe ganz gut, meint Karsten Adlung, Seine Nichte und sein Neffe hätten es schon ausprobiert. Auch mit Kindergärten sei er immer im Gespräch.
Das Spiel, das es unter anderem im Shop des Zoos gibt, trägt den Namen „Manimals Stuttgarter Wilhelma I“. Eine Fortsetzung ist nämlich nicht ausgeschlossen. Auch mit anderen Zoos sei er im Gespräch. „Es gibt so viele Tiere“, sagt der Verleger. Deswegen sei durchaus angedacht, weiterzumachen.

Dorothee Kauer