4. August 2009 | Drucken | Versenden
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Ein gefährliches Sammelsurium: Rückgegebene Waffen im Rathaus Ludwigsburg. Sie werden alle vernichtet.
Ein gefährliches Sammelsurium: Rückgegebene Waffen im Rathaus Ludwigsburg. Sie werden alle vernichtet.
Bild: Michael Fuchs
LUDWIGSBURG

Ämter sind neuem Waffengesetz noch nicht gewachsen

Das verschärfte Waffenrecht ist eindeutig: Künftig sollen die Behörden unangemeldet prüfen, ob Pistolen und Gewehre zu Hause sicher aufbewahrt sind. Ungewiss ist aber noch, ob Rathaus und Landratsamt in Ludwigsburg sowie andere Städte dies tatsächlich leisten können.

Nach dem Winnender Amoklauf am 11. März hatten zunächst nur wenige Ludwigsburger ihre Schießeisen ins Rathaus gebracht. Bis Anfang April wurden gerademal 16 Waffen abgegeben. Dann schrieb die Stadt die Waffenbesitzer persönlich an: „Wir haben auf die Vorschriften zur ordnungsgemäßen Aufbewahrung und auf die Gefahren bei nachlässigem oder leichtfertigem Umgang hingewiesen“, berichtet Thomas Bauer, Sachbearbeiter für Waffenrecht im Rathaus.
Die Folge: Die Zahl der Waffen schnellte sprunghaft nach oben. Über 260 Pistolen und Gewehre wurden seither abgegeben. In den Vorjahren waren es im gleichen Zeitraum deutlich weniger: Im Jahr 2008 wurden 37 Schusswaffen abgegeben, 2007 waren es 23 und im Jahr 2006 sogar nur elf.
Auch in Kornwestheim hat ein Brief gewirkt. Am 25. Mai war dieser an die Waffenbesitzer rausgegangen, bis Mitte Juli konnte das Rathaus 50 Schießeisen annehmen.
Für die kleineren Kommunen im Landkreis ist das Landratsamt in Ludwigsburg die Sammelstelle. 449 Waffenbesitzer haben seit Winnenden 704 Gewehre und Pistolen abgegeben.

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Das Beispiel Bietigheim zeigt: Da ist noch viel mehr zu holen. Denn inzwischen gilt ein verschärftes Waffenrecht. Und eine Amnestieregelung lässt Eigentümer straffrei, die Waffen illegal in der Schublade liegen hatten.
Das Bietigheimer Rathaus hatte vor zwei Wochen von allen Waffenbesitzern eine schriftliche Erklärung über die sichere Aufbewahrung der Waffen verlangt. Seither gehen täglich bis zu 40 Revolver und Gewehre ein. Eine Flut, mit der die Mitarbeiter alle Hände voll zu tun haben.
Das neue Gesetz fordert aber noch viel mehr. Die Städte mit Waffenbehörden und das Landratsamt sollen künftig unangemeldete Kontrollgänge unternehmen. „Das wird schwierig“, räumt Bietigheims Pressesprecherin Anette Hochmuth ein.
Auch im Rathaus von Ludwigsburg sowie im Landratsamt sieht man sich personell nicht gewappnet. „Die Personalsituation ist angespannt. Es ist für die Zukunft noch alles offen“, sagt Maria Isinger, Pressesprecherin des Landratsamtes. Im Ludwigsburger Rathaus hat der zuständige Fachbereichsleiter Gerald Winkler schon eine zusätzliche Stelle beantragt.
Kornwestheims Bürgermeister Dietmar Allgaier wünscht sich eine gemeindeübergreifende Absprache darüber, wie das Waffengesetz angewendet wird. Auch um das nötige Personal zu finanzieren, kann er sich eine interkommunale Zusammenarbeit vorstellen.

Luitgard Gröger und Peter Maier-Stein
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