4. Oktober 2008 | Drucken | Versenden
FREUDENTAL

Ein Jahr danach: Keine Spur von Neonazis

(pro) – Auch ein Jahr nach der schweren Schändung des jüdischen Friedhofs von Freudental hat die Polizei noch keine heiße Spur der neonazistischen Täter.

Die meisten Hinweise, die überwiegend in den ersten Tagen nach der brutalen antisemitischen Friedhofsschändung vom 1. Oktober 2007 eingingen, seien inzwischen ohne greifbares Ergebnis „ausermittelt“, sagte die Kripo Ludwigsburg auf Anfrage. Noch nicht bekannt ist, wer am Abend der Tat in einem dunklen Wagen der „Golf“-Klasse saß. Das mit vier Personen besetzte Auto war beobachtet worden, als es erst langsam in Richtung Friedhof und gegen 19.45 Uhr mit großer Geschwindigkeit wieder davon fuhr. Weiter bittet die Kripo ein Ehepaar, das am Samstag, 29. Oktober 2007, im Bereich des jüdischen Friedhofs Verdächtiges beobachtet und sich anonym an die Polizei gewandt hatte, um nochmalige Kontaktaufnahme.
Der am Waldrand gelegene, jüdische Friedhof von Freudental war am 1. Oktober zwischen 19 und 19.45 Uhr geschändet worden. Die vermutlich vier bis fünf rechtsextremistischen Täter rissen 73 Grabsteine um und besprühten 37 weitere mit neonazistischen Symbolen.

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Unaufgeklärt ist auch, wer hinter der Anmeldung einer im Juli dieses Jahres geplanten und dann verbotenen Neonazi-Demonstration in Bietigheim steckt. Die Spur des unter falschem Namen auftretenden Anmelders sei auch im Internet so wenig zu fassen gewesen wie die der „Anti-Antifa Ludwigsburg“, die zu dem braunen Aufmarsch aufgerufen hatte. Sicher ist laut Kriminalpolizei aber, dass die Urheber tatsächlich im rechtsextremistischen Spektrum zu suchen sind.
Dagegen schließt die Polizei mittlerweile aus, dass es sich bei der Schändung des Zwangsarbeiterfriedhofs im Pleidelsheimer Wäldle um eine politisch motivierte Tat gehandelt hat. Verdächtig sei vielmehr ein Täterkreis, auf dessen Kerbholz noch weitere Sachbeschädigungen in der Umgebung gingen. Auf dem Zwangsarbeiterfriedhof waren in diesem Juni zwölf Holzkreuze und der Zaun zerbrochen worden.
Info: Hinweise erbittet die Kripo unter Telefon (0 71 41) 1 89.