(pro) – Auch ein Jahr nach der schweren Schändung des jüdischen Friedhofs von Freudental hat die Polizei noch keine heiße Spur der neonazistischen Täter.
Die meisten Hinweise, die überwiegend in den ersten Tagen nach der brutalen antisemitischen Friedhofsschändung vom 1. Oktober 2007 eingingen, seien inzwischen ohne greifbares Ergebnis „ausermittelt“, sagte die Kripo Ludwigsburg auf Anfrage. Noch nicht bekannt ist, wer am Abend der Tat in einem dunklen Wagen der „Golf“-Klasse saß. Das mit vier Personen besetzte Auto war beobachtet worden, als es erst langsam in Richtung Friedhof und gegen 19.45 Uhr mit großer Geschwindigkeit wieder davon fuhr. Weiter bittet die Kripo ein Ehepaar, das am Samstag, 29. Oktober 2007, im Bereich des jüdischen Friedhofs Verdächtiges beobachtet und sich anonym an die Polizei gewandt hatte, um nochmalige Kontaktaufnahme.
Der am Waldrand gelegene, jüdische Friedhof von Freudental war am 1. Oktober zwischen 19 und 19.45 Uhr geschändet worden. Die vermutlich vier bis fünf rechtsextremistischen Täter rissen 73 Grabsteine um und besprühten 37 weitere mit neonazistischen Symbolen.