Man muss schon ein Geschichts-Crack sein, um nicht in die Fallen zu tappen, die das Südwestfernsehen Michael Herzog von Württemberg im Ludwigsburger Schloss gestellt hat. Doch Seine Königliche Hoheit hat sich wacker geschlagen.
„Sie dürfen nachher nichts verraten“, schwört Lothar Zimmermann vom Südwestfernsehen die Besucher ein. Im Bacchussaal des Schlosses steht eine imposante Tafel. Nur: Nicht alles, was darauf zu finden ist, ist barock. Nur was? Tja, das ist Aufgabe des Herzogs – vor laufender Kamera.
„Schätze des Landes. Anders entdeckt“ heißt eine neue Reihe beim Südwestfernsehen, die im Sommer ausgestrahlt wird. Gemeinsam mit Prominenten begeben sich die Fernsehmacher auf Entdeckertour durch bekannte Sehenswürdigkeiten des Landes. In Ludwigsburg das Besondere: Ein Herzog höchstpersönlich steht vor der Kamera.
Ganz so spontan wie das nachher im Fernsehen rüber kommt, ist es natürlich nicht: „Ich wollte schon vorher wissen, was passiert“, erzählt Michael Herzog von Württemberg. Und so ahnte er auch gestern bereits etwas, als er frisch aus der Maske in Richtung Bacchussaal marschierte und sogleich die Nase in die Luft streckte: „Hmmm, es riecht schon lecker!“
Dass gestern morgen ein verführerischer Duft durchs Schloss zog, dafür hatte Christoph Rieger mit seinem Team gesorgt. Der Koch des Ludwigsburger „Allgäu“ hat mit drei Kollegen acht Stunden lang gewerkelt, um die Leckereien fernsehfein zu machen. Und dafür mussten sie kräftig in die Trickkiste greifen. Das Milchferkel und die Rehkeule etwa sind nicht knusprig braun gebraten – sie ziert lediglich ein feiner Überzug aus eingekochtem Zucker und Gelatine. Und auch das Sorbet ist nur was fürs Auge: Es besteht nämlich aus grobem Meersalz, unter anderem eingefärbt mit Grenadine. Wäre es echt, würde es während des Drehs davonschmelzen – zu heiß ist das Scheinwerferlicht.