28. Mai 2008 | Drucken | Versenden
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Miriam Matheis in Ludwigsburg. In drei Tagen wird sie auf dem Subkontinent sein.
Bild: Alfred Drossel
LUDWIGSBURG

Weltwärts nach Kundapura in Indien

Miriam Matheis wird am Freitag Abschied nehmen. Sie wird in ein Flugzeug steigen und nach Indien fliegen – ein Land, in dem sie nie zuvor gewesen ist. Dort wird sie zwölf Monate bleiben, um die Organisation AFS bei einem Bildungsprojekt zu unterstützen. Was sie vor Ort genau erwartet, ist der 26-Jährigen selbst noch nicht ganz klar.

Freiwillige Auslandsdienste stehen bei den jungen Deutschen hoch im Kurs. Seit Ende vergangenen Jahres mischt auch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auf diesem Terrain mit und vermittelt in seinem Programm „weltwärts“ Tausende Stellen für den Freiwilligendienst.
Eine der ersten, die mit dem Programm „weltwärts“ in die Welt hinauszieht, ist die Ludwigsburgerin Miriam Matheis. Bei Recherchen zu ihrem zukünftigen Studium ist sie im Internet auf „weltwärts“ gestoßen und hat sich im Januar dafür beworben. Im Februar erhielt sie eine Zusage. Ihr Einsatzgebiet ist ein ökologisches Projekt im indischen Bundesstaat Karnataka. „Das ist ein Hilfseinsatz und gleichzeitig ein Abenteuer für mich“, fasst Miriam das zusammen, was sie in Indien vermutlich erwartet.
Das ökologische Bildungsprojekt, dem sie zugeteilt wurde, bringt sie in die Küstenstadt Kundapura. Zwölf Monate wird sie dort in einer Familie leben und das ökologische Bewusstsein von indischen Schülern mit Schulprojekten stärken. Dafür wird sie auch Sprachunterricht in der lokalen Landessprache „Kannada“ nehmen. Gleichzeitig hofft Miriam aber auch, dass ihre Englischkenntnisse sie weiterbringen.
„Ich habe Europa noch nie verlassen“, erzählt Miriam. Sie ist sich sicher, dass sie in Indien sehr viele neue Erfahrungen sammeln wird – genauso wie ihre Gastgeber: „Für die einheimische Bevölkerung ist das hoffentlich genau so bereichernd, wie für mich.“ Der kulturelle Austausch steht für sie im Mittelpunkt der Arbeit. Im Idealfall erweitere das Aufeinandertreffen beide Seiten. Und sie hofft einen klaren Blick auf ihr eigenes Leben zu gewinnen. „Von außen sieht man oft besser, was wichtig ist“, so Miriam. Allzu pathetische Erwartungen an ihren Auslandsdienst wehrt sie ab: „Mein Freiwilligendienst wird die Welt nicht verbessern.“
Über die Gegend, in die sie der American Field Service(AFS) – eine amerikanische Organisation, die sich für kulturellen Austausch einsetzt – schickt, hat sie noch nicht so viel herausbekommen. Die Stadt Kundapura hat um die 30 000 Einwohner und ist vom Tourismus relativ unberührt. Im Internet hat sich Miriam ein paar Fotos von der Gegend angeschaut, aber eigentlich möchte sie auch nicht zu viel wissen. „Ich möchte mir kein zu genaues Bild von allem machen, um nicht so schnell enttäuscht zu werden.“
Die Kosten für Flug und Unterkunft werden übernommen. Zusätzlich bekommt Miriam 100 Euro Taschengeld im Monat. Trotzdem muss die 26-Jährige eine „freiwillige“ Spende in Höhe von 1800 Euro aufbringen, da das Bundesministerium lediglich 75 Prozent der Kosten übernimmt. So bleibt der finanzielle Organisationsaufwand den die Hilfsorganisation mit ihren ehrenamtlichen Mitarbeitern hat, an den Mitarbeitern selbst hängen. Miriam hofft deshalb auch noch auf Spender, die ihr helfen, diesen Betrag aufbringen zu können.
Info: Wer Miriam finanziell unterstützen möchte oder sich für das Programm interessiert, kann über folgende Homepage Kontakt mit ihr aufnehmen:

Christian Walf
» www.miriammatheis.jimdo.com
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