In Zeiten knapper Kassen stellt die Stadt alle Einnahmequellen auf den Prüfstand. Der Wochenmarkt ist da keine Ausnahme. Seit 1997 bezahlen die Händler dort dieselben Standgebühren. Jetzt ist eine Erhöhung im Gespräch – und eine Weiterentwicklung des Konzepts.
Der bunte Wochenmarkt auf dem barocken Geviert um den Eberhard-Ludwig-Brunnen ist vor allem samstags im Sommer ein echter Treffpunkt und Besuchermagnet. Da brummt auch das Geschäft.
Dienstags und erst recht donnerstags sowie in der kalten Jahreszeit geht es dort hingegen weit beschaulicher zu. Deshalb sehen sowohl Thomas Schärer, Leiter des zuständigen Fachbereichs Wirtschaft, Medien und Tourismus, als auch der Gemeinderat hier schon seit Jahren Handlungsbedarf. Passiert ist allerdings nichts.
Als Steuerungsinstrument bieten sich die Standgebühren an. Weil die Stadt nun bei angespannter Haushaltslage ohnehin dringend Einnahmen benötigt, sollen jetzt diese Entgelte angehoben werden. Zusätzliche 12 500 Euro sind da laut Schärer im diesjährigen Haushalt vorgesehen.
Einen entsprechenden Verwaltungsvorschlag hat der Ausschuss für Wirtschaft, Kultur und Verwaltung des Gemeinderats jetzt in nicht öffentlicher Sitzung auf den Tisch bekommen. Nach Informationen der LKZ haben die dort versammelten Stadträte ihn aber gleich wieder zurück- gereicht: Ehe sie am Dienstagabend entscheiden, möchten sie gerne genau wissen, wie sich die darin vorgesehenen Entgelterhöhungen bei unterschiedlicher Standgröße in Euro und Cent für die derzeit fast 80 Händler auswirken.
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Denn eine Preissteigerung nach dem Gießkannenprinzip soll es nicht werden. Die Gebührenordnung soll vielmehr ein sensibles System darstellen, das zum Beispiel für Großanbieter, die im Winter auch in eisiger Kälte den Kunden die Treue halten, Anreize aufweist. Insbesondere sollen jedoch regionale und kleinere Anbieter ermuntert werden, auch unter der Woche nach Ludwigsburg zu kommen. Sie sind auf dem Markt immer hochwillkommen, weil sie ihm ihren unverwechselbaren Reiz verleihen.
Vor allem aber sollen sogenannte Dauerbeschicker, die verlässlich an allen drei Markttagen ihre Waren anbieten, einen Vorteil haben gegenüber jenen, die zwar für alle drei Markttage Gebühren zahlen – tatsächlich aber nur am lukrativen Samstag ihren Stand aufschlagen. Denn bei der bisherigen Gebührengestaltung ist es für diese Händler vorteilhafter, trotzdem für alle Markttage zu zahlen.
Demnach hat die Stadt für jene Händler, die an allen Markttagen verkaufen, eine Gebührenerhöhung von maximal zehn Prozent vorgeschlagen. Alle, die nur dienstags oder donnerstags mitmachen, hätten gut 50 Prozent höhere Gebühren zu verkraften, jene, die ausschließlich samstags kommen wollen, sogar eine Erhöhung von 131 Prozent. Denn für diesen Tag gibt es mehr Bewerber, als Platz finden können. Die richtige Formel muss aber noch gefunden werden – und die Markthändler sollen nach dem Willen der Stadträte stärker in den Entscheidungsprozess eingebunden sein.
Ob die ins Auge gefasste Gebührenerhöhung das Händlerbudget überstrapazieren wird, beurteilen die Bürgervertreter unterschiedlich: „Die echten Dauerbeschicker dürfen nicht zusätzlich belastet werden“, ist aus diesem Kreis ebenso zu hören wie: „Das, was da vorgesehen ist, ist gut zahlbar.“
Sicher ist: Wegen des halbjährlichen Abrechnungsmodus ist eine Erhöhung frühestens ab 1. Juli möglich. Thomas Schärer zeigt sich dennoch zuversichtlich: „12 500 Euro zusätzlich sind auch in diesem Jahr trotzdem noch erreichbar.“