8. Februar 2010 | Drucken | Versenden
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Konfusion in beiden Teams prägte den Basketball-Thriller zwischen Ludwigsburg (gelb) und Paderborn.
Bilder: Baumann

Im Nachsitzen zeigt sich die wahre Energie

Ludwigsburg – Bundesliga-Basketball in der neuen Arena – das ist nichts für schwache Nerven. Nach dem Januar-Krimi gegen Göttingen, dem eine Niederlagenserie folgte, fand die EnBW Ludwigsburg auch gegen Schlusslicht Paderborn Baskets lange Zeit keine klare Linie. Erst nach einer dramatischen Aufholjagd zeigten die Hausherren in der Verlängerung ihr wahres Können und gewannen 84:79 (31:42).

„Wer glaubt, dass wir Paderborn mal eben so wegputzen, der irrt“, hatte Mario Probst vor dem richtungsweisenden Spiel gewarnt. Der Manager sollte Recht behalten, aber dass die Ostwestfalen die Gastgeber nicht nur an den Rand einer Niederlage bringen, sondern phasenweise regelrecht vorführen würden, damit hatte niemand der gut 2800 Fans, die ihre Mannschaft mit gellenden Pfiffen in die Halbzeitpause schickten, gerechnet.
Mehr als eine halbe Stunde war Paderborn, das ohne seinen Top-Scorer Malik Moore antrat, in allen Belangen überlegen. Ludwigsburg zeichnete sich durch eine enorm hohe Fehlerquote aus. Nach dem ersten Dreier von Lawrene Broha zum 12:12-Ausgleich wirkte das gesamte Ensemble wie gelähmt.
Selbst als Trainer Tolga Öngören nach einer Dreierserie der Gäste zur 15:20-Führung Kyle Bailey für Michael King brachte, änderte sich die Lage nicht. Im Gegenteil: Der Spielmacher präsentierte sich von seiner Normalform so weit entfernt wie die Pader von der Glems. Dass er am Ende auf nicht einmal fünf Minuten Einsatzzeit kam, zeigt, in welchem Dilemma der Point Guard steckt.

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Erst Ende des dritten Viertels gingen die Hausherren plötzlich mit einer ganz anderen Intensität zu Werke und machten nun in der Verteidigung mächtig Dampf. So kam Richard Chaney zu zwei spektakulären Punkten per Dunking, ehe Michael Haynes und Visser die Ludwigsburger bis auf drei Zähler (52:55) heranbrachten.
Im Schlussviertel punktete der immer stärker werdende Haynes zum 59:60. Domonic Jones besorgte die erste Ludwigsburger Führung seit den Anfangsminuten. Ein Ballverlust bescherte den Gästen 24 Sekunden vor dem Ende noch einmal Ballbesitz. Mit seinem dritten Dreier sorgte Matt Terwilliger für den Ausgleich – beim Stand von 69:69 ging es in die Verlängerung.
In der Extraspielzeit erwischte Paderborn zunächst den besseren Start und ging durch ein Dreipunktspiel von Sefton Barrett in Führung. Es dauerte zwei volle Minuten bis Chaney mit zwei Treffern von der Freiwurflinie die ersten Punkte für sein Team erzielte. Als McCray seinen zweiten Dreier im Korb der Gäste unterbrachte, kannte der Jubel auf den Rängen beim Stand von 82:77 keine Grenzen mehr. Der junge Aufbauspieler hatte für die Entscheidung gesorgt, sodass die Freiwürfe von Chaney und Lollis am Ende nur noch Beiwerk eines starken Schlussspurts 23-Jährigen waren.

Andreas Steimann
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