Ludwigsburg – Bundesliga-Basketball in der neuen Arena – das ist nichts für schwache Nerven. Nach dem Januar-Krimi gegen Göttingen, dem eine Niederlagenserie folgte, fand die EnBW Ludwigsburg auch gegen Schlusslicht Paderborn Baskets lange Zeit keine klare Linie. Erst nach einer dramatischen Aufholjagd zeigten die Hausherren in der Verlängerung ihr wahres Können und gewannen 84:79 (31:42).
„Wer glaubt, dass wir Paderborn mal eben so wegputzen, der irrt“, hatte Mario Probst vor dem richtungsweisenden Spiel gewarnt. Der Manager sollte Recht behalten, aber dass die Ostwestfalen die Gastgeber nicht nur an den Rand einer Niederlage bringen, sondern phasenweise regelrecht vorführen würden, damit hatte niemand der gut 2800 Fans, die ihre Mannschaft mit gellenden Pfiffen in die Halbzeitpause schickten, gerechnet.
Mehr als eine halbe Stunde war Paderborn, das ohne seinen Top-Scorer Malik Moore antrat, in allen Belangen überlegen. Ludwigsburg zeichnete sich durch eine enorm hohe Fehlerquote aus. Nach dem ersten Dreier von Lawrene Broha zum 12:12-Ausgleich wirkte das gesamte Ensemble wie gelähmt.
Selbst als Trainer Tolga Öngören nach einer Dreierserie der Gäste zur 15:20-Führung Kyle Bailey für Michael King brachte, änderte sich die Lage nicht. Im Gegenteil: Der Spielmacher präsentierte sich von seiner Normalform so weit entfernt wie die Pader von der Glems. Dass er am Ende auf nicht einmal fünf Minuten Einsatzzeit kam, zeigt, in welchem Dilemma der Point Guard steckt.