27. Mai 2009 | Drucken | Versenden
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Unübersichtlich, eng, holprig: Die Straße zwischen Affalterbach und Hochdorf ist in einem schlechten Zustand.
Unübersichtlich, eng, holprig: Die Straße zwischen Affalterbach und Hochdorf ist in einem schlechten Zustand.
Bild: Alfred Drossel
AFFALTERBACH/REMSECK

„Schlechteste Straße im Land“

Beschädigte und abgesenkte Fahrbahnränder, Schlaglöcher und enge Kurven: Der Zustand der Kreisstraße zwischen Affalterbach und Hochdorf wird schon lange bemängelt, jetzt will der Auto Club Europa (ACE) die Strecke als „schlechteste Straße Deutschlands“ nominieren. Nicht nur deshalb kommt nun wieder Bewegung in die Sache.

Der ohnehin schon beklagenswerte Zustand der Straße, so der ACE, habe sich im vergangenen Winter noch dramatisch verschlechtert. An zahlreichen Stellen hätten sich die Frostschäden zu kapitalen Schlaglöchern ausgeweitet, was zu einem unvertretbaren Risiko bei der Verkehrssicherheit führe. Die vom Kreis derzeit vorgenommenen Flickarbeiten könnten, so der ACE-Schlaglochexperte Harald Kraus, am generell problematischen Zustand der Straße nichts ändern. Das bestätigt auch ein Sprecher des Landratsamtes: „Das sind nur Erste-Hilfe-Maßnahmen.“ Auch das Regenwasser fließe nicht mehr ab.
Die Straße wird nicht zum ersten Mal bemängelt: Zahlreiche enge Kurven, unübersichtliche Kuppen und ausgefahrene Bankette machen sie gefährlich. Anfang des Jahres 2007 beendeten das Landratsamt, das für die Kreisstraße zuständig ist, und die beteiligten Kommunen Affalterbach und Remseck langjährige Diskussionen. Die beiden Kommunen wollten zwar eine sanierte und ausgebaute Straße, träumten gar von einem Busverkehr in Richtung Stadtbahn-Station Remseck, beharrten aber darauf, dass das Lastwagenverbot bestehen bleibt. Sie befürchteten geschätzte 4500 Fahrzeuge mehr samt Lastwagen.
Das Landratsamt beharrte dagegen auf den Vorschriften: Wenn die Straße verbreitert werde, müsse auch der Schwerverkehr rollen. „Da gibt es klare Vorschriften, und es müssen schwerwiegende Gründe vorliegen“, bestätigt der Sprecher des Landratsamtes. Die rund 2,3 Millionen Euro, die für das Projekt bereitgestanden hatten, wurden also für andere Straßen verwendet, die Straße rutschte in der Prioritätenliste weit nach hinten.

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„Die Notwendigkeit des Ausbaus ist unumstritten. Es muss etwas getan werden“, sagt auch Affalterbachs Bürgermeister Steffen Döttinger. Der Kreis sei in jüngster Zeit auf die Gemeinde zugekommen und habe um Gespräche gebeten, bisher wisse er aber nicht, wie die Vorschläge lauteten. Diese müssten zunächst auf den Tisch, erst dann könne man weiter diskutieren.
„Wenn man langsam fährt, kann man die Straße schon fahren, gut ist sie aber sicherlich nicht“, sagt der Remsecker Oberbürgermeister Karl-Heinz Schlumberger. Dennoch sei es keine Frage, dass der Landkreis das Problem irgendwann lösen müsse. Er könne das Projekt nicht ewig liegen lassen und mit den Fingern auf die Kommunen zeigen, schließlich koste die Flickschusterei viel Geld. Die Stadt werde aber auf jeden Fall im Interesse der Bewohner Hochdorfs, aber auch Hochbergs, auf dem Lastwagen-Verbot beharren.
Und genau das ist weiterhin die Krux. Dennoch will Landrat Rainer Haas wieder das Gespräch mit den Kommunen suchen. Der Kreis sei nach wie vor bereit, die Straße auszubauen, da sie tatsächlich eine der schlechtesten im Landkreis sei und immer wieder teure Flickarbeiten erforderlich sind – allerdings nur im Konsens mit den Kommunen. Ein Ausbau erfordere aber die Aufhebung des Lkw-Verbots. Wenn die Kommunen dies partout nicht wollten, müsste man über eine teure Belagssanierung nachdenken. Diese würde allerdings nur wenige Jahre halten, da die Straße keinen richtigen Aufbau und eine schlechte Entwässerung habe.

Patricia Rapp
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