Beschädigte und abgesenkte Fahrbahnränder, Schlaglöcher und enge Kurven: Der Zustand der Kreisstraße zwischen Affalterbach und Hochdorf wird schon lange bemängelt, jetzt will der Auto Club Europa (ACE) die Strecke als „schlechteste Straße Deutschlands“ nominieren. Nicht nur deshalb kommt nun wieder Bewegung in die Sache.
Der ohnehin schon beklagenswerte Zustand der Straße, so der ACE, habe sich im vergangenen Winter noch dramatisch verschlechtert. An zahlreichen Stellen hätten sich die Frostschäden zu kapitalen Schlaglöchern ausgeweitet, was zu einem unvertretbaren Risiko bei der Verkehrssicherheit führe. Die vom Kreis derzeit vorgenommenen Flickarbeiten könnten, so der ACE-Schlaglochexperte Harald Kraus, am generell problematischen Zustand der Straße nichts ändern. Das bestätigt auch ein Sprecher des Landratsamtes: „Das sind nur Erste-Hilfe-Maßnahmen.“ Auch das Regenwasser fließe nicht mehr ab.
Die Straße wird nicht zum ersten Mal bemängelt: Zahlreiche enge Kurven, unübersichtliche Kuppen und ausgefahrene Bankette machen sie gefährlich. Anfang des Jahres 2007 beendeten das Landratsamt, das für die Kreisstraße zuständig ist, und die beteiligten Kommunen Affalterbach und Remseck langjährige Diskussionen. Die beiden Kommunen wollten zwar eine sanierte und ausgebaute Straße, träumten gar von einem Busverkehr in Richtung Stadtbahn-Station Remseck, beharrten aber darauf, dass das Lastwagenverbot bestehen bleibt. Sie befürchteten geschätzte 4500 Fahrzeuge mehr samt Lastwagen.
Das Landratsamt beharrte dagegen auf den Vorschriften: Wenn die Straße verbreitert werde, müsse auch der Schwerverkehr rollen. „Da gibt es klare Vorschriften, und es müssen schwerwiegende Gründe vorliegen“, bestätigt der Sprecher des Landratsamtes. Die rund 2,3 Millionen Euro, die für das Projekt bereitgestanden hatten, wurden also für andere Straßen verwendet, die Straße rutschte in der Prioritätenliste weit nach hinten.