(red) – Eine interessante Wanderung plant die Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins am Samstag, 1. Dezember. Das Ziel: der Hohenasperg.
Inmitten der Landschaft erhebt sich der Hohenasperg, der als Zeugenberg seine Umgebung weit überragt. Dieses Gebiet war bereits in der Jungsteinzeit (5500–3400 vor Christus) gern aufgesuchtes und intensiv bewirtschaftetes Siedlungsland. Die archäologischen Reste weiter zurückliegender Zeiten sind weitgehend zerstört. Trotzdem besteht kein Zweifel, dass sich hier in der späten Hallstattzeit bis in die Frühlatènezeit (6. und 5. Jahrhundert vor Christus) ein bedeutender Fürstensitz befand.
Vergleiche mit anderen Machtzentren dieser Zeit, wie zum Beispiel der Heuneburg im Kreis Sigmaringen oder der Mont Lassois in Burgund, stützen diese Annahme.
Diese Höhenbefestigungen beherrschten das Umland mit seinen ländlichen Siedlungen. Zu diesen Dörfern gehörten Hügelgräberfriedhöfe, von denen zahlreiche bis heute erhalten blieben. Die Verstorbenen der Oberschicht erhielten hingegen Monumentalgrabhügel. Bemerkenswerterweise besteht zwischen allen Großgrabhügeln und dem Hohenasperg Sichtverbindung.
Das Kleinaspergle barg das jüngste Fürstengrab aus dem Bereich des Hohenaspergs und auch das jüngste frühkeltische Fürstengrab in Südwestdeutschland. Mit seinen 60 Metern Durchmesser und rund acht Metern Höhe vermittelt es einen Eindruck von der Mächtigkeit dieser Grabmonumente. 1879 stieß man auf eine völlig ausgeraubte und leere Zentralkammer. Eine Nebenkammer beherbergte ein reich ausgestattetes Fürstengrab, das in die Jahre um 420 vor Christus zu datieren ist. Die Wanderung startet bei der Bushaltestelle „Klinik-Schule“ an der Landesstraße 1138 unterhalb der Orthopädischen Klinik Markgröningen.
Nach wenigen Metern überqueren die Ausflügler die L 1138 und folgen dem Leudelsbach, um dann über den Siechenberg ins Eselstal mit seinen Regenwasserrückhaltebecken bis zum Wanderheim der Naturfreunde zu gelangen.
Mächtig liegt das ehemalige Fürstengrab Kleinaspergle dann vor den Wanderern. Eine kurze Rast liegt vor den wenigen Metern Aufstieg und dem Weg hinunter zum S-Bahnhof Asperg. Vom Bahnhof geht es durch Weinberge über Treppenstufen hinauf auf den Hohenasperg und weiter zur S-Bahn-Station nach Tamm.
Die Anfahrt erfolgt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Treffpunkt ist um 10.45 Uhr der Bahnhof Freiberg (Abfahrt 11 Uhr).
Die Wanderung ist 9,5 Kilometer lang, die Gehzeit beträgt drei Stunden. Die gesamte Steigung, die in zwei Teilabschnitte gegliedert ist, beträgt 180 Meter.
Die verkürzte Wanderung endet nach siebeneinhalb Kilometern vor dem Anstieg zum Hohenasperg. Für diese Teilnehmer besteht die Möglichkeit der Rückfahrt ab dem Bahnhof Asperg.
Wanderführer Christel Krumm und Fritz Hesser laden alle interessierten Mitglieder, Freunde und Gäste des Schwäbischen Albvereins zu dieser Herbstwanderung ein. Weitere Information zur Tour gibt es bei Christel Krumm, Telefon 7 14 09.