(pat) – André Kazenwadel fand das Projekt „Schillerbücher“ so toll, dass er sich entschied, ebenfalls eines zu gestalten, obwohl der gebürtige Marbacher schon seit 1999 in Berlin lebt.
Aus zwei Gründen suchte sich André Kazenwadel seinen Titel aus: Als er zum Projekt stieß, war die Auswahl nicht mehr besonders groß und außerdem fand er den Text spannend. Schließlich sei das Thema noch aktuell, da der Dichter in der Abhandlung die Kunst an sich definiere. „Schiller sagt, dass die künstlerische Ausdrucksform, die Lust am Schauspiel genügt, und es nicht immer um die Vermittlung von Inhalten gehen muss, die zum Teil auch noch fremdgesteuert sind.“ Heute sei Kunst oft zu stark intellektualisiert, schon im Vorfeld werde von allen möglichen und teilweise nur vermeintlichen Kennern mitgeteilt, wie der Kunstkonsument etwas zu beurteilen habe.
Als der studierte Maler den Text las, drängte sich ihm sofort das Foto des mit Holzkugeln spielenden Jungen auf, das er in seinem Archiv hatte. „Das Spiel mit den Kugeln ist synonym zu der Dramatik, die Schiller meint. Das unschuldige Spielen und die Verblüffung, was daraus entstehen kann.“
So zeigt sein Schillerbuch das Kind in verschiedenen Stimmungen: Von der distanzierten Betrachtung über die Überraschung bis hin zur Freude. Indem er die Bilder am Computer ineinander montierte und zudem noch mehrere Ebenen darüberlegte, habe er ein grafisches Element einbezogen aber die Bilder auch miteinander verzahnt und etwas Übergeordnetes geschaffen. „So wirkt es jetzt beinahe wie ein kleiner Film, eine kleine Animation.“ Das Bbild druckte er auf eine Vliestapete und schickte das Ganze von Berlin nach Marbach.
Das Leben und Wirken Schillers interessierte Kazenwadel schon als Kind. Mit seinen Eltern war er oft auf der Schillerhöhe, wuchs mit der Dichtung Schillers auf. „Ich habe viele Gedichte und auch einige Dramen gelesen.“ Besonders schätzt er an dem Dichter seine Sprachgewalt, seinen Freiheitsdrang und welche Wirkung seine Thesen hatten. „Sie haben sich für die damalige Zeit sehr schnell verbreitet.“ Am meisten berühren ihn die Gedichte, „Die Teilung der Erde“ ist sein Lieblingsgedicht. „Sie sind sehr spannend, oft blutvoll und nicht so lau.“