Schillerbücher
15. Oktober 2009 | Drucken | Versenden
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Das Buch von Axel Brandt steht auf dem Bolzplatz gegenüber dem Gymnasium.
Das Buch von Axel Brandt steht auf dem Bolzplatz gegenüber dem Gymnasium.
Bild: Alfred Drossel
MARBACH

Eine große Karikatur des Lebens am Hof

Axel Brandt hat viele überrascht: Eigentlich malt er eher abstrakt, auf dem Schillerbuch ist er dagegen sehr konkret und karikaturistisch. Denn sein Schillerbuch soll das Leben am Hof karikieren.

Für Axel Brandt konnte es eigentlich nur einen Titel von Schiller geben, den er malerisch umsetzen wollte. „Das war der einzige, den ich noch aus der Schule kannte“, sagt er lachend. Auch an das Aufsatzthema von damals kann er sich noch vage erinnern. Es ging um die Machenschaften am Hof, um Herzöge und Fürsten und um die Liebe und den Tod. „Ich wusste noch, dass es tragisch ausging.“ Als Teenager habe er sich auf jeden Fall schwer getan, zu diesem Thema etwas zu schreiben.
Zudem stößt ihm der Konflikt zwischen Adel und Bürgertum, in dem es in dem Schillerwerk geht, selbst bitter auf, wenn er das Ludwigsburger Schloss besichtigt. „Vorne sind die Damasttapeten und hinten die kleinen gekalkten Räume der Dienerschaft. Dieser Gegensatz ist erschütternd.“ „Diese Situation wollte er malerisch umsetzen.
Im Internet recherchierte Brandt noch einmal zu Inhalt und Personen des Dramas, suchte sich dann einzelne Charaktere heraus: Fürst, Lady Milford und der Hofmarschall als Verkörperung der Macht, dazu die Bediensteten wie Hofdame und der clowneske Musiker. Alle tragen sie weiße Perücken und grellbunte, ornamentale Kleider.
Gelesen hat der Erdmannhäuser Künstler das Werk nicht noch einmal. Der 62-Jährige selbst genießt lieber Zeitgenössisches. Das bringe ihm mehr, zumal er selbst schriftstellerisch tätig sei. Er findet es „toll“, was die Stadt und die Bürger im Schillerjahr auf die Beine stellen. „Die Stadt kann aber auch froh sein, dass sie Schiller hat, sonst wäre sie in der Kultur totale Provinz.“

Patricia Rapp