Der Titel des Lustspiels von Friedrich Schiller hat Alexander Hubrig angesprochen, weil „er sich in viele andere Bereiche übertragen lässt“. Schon als Hubrig sich für den Titel entschied, hatte er eine Vorstellung im Kopf, wie das Buch aussehen soll.
„Bereicherung auf Kosten der Gesellschaft“ und „Ausbeutung im Arbeitsmarkt“ sind nur zwei Stichworte, mit denen Alexander Hubrig den aktuellen Bezug herstellt. Diese fielen ihm auch sofort ein, als er den Titel sah, ohne auch nur ansatzweise zu wissen, um was es in dem Lustspiel geht. Nachdem er das Werk quergelesen und eine Zusammenfassung gelesen hatte, war er noch begeisterter. „Da wird praktisch eine feindliche Übernahme beschrieben.“ Seine Idee vom Anfang hatte also Bestand. „Oft ist der erste Einfall der beste“, sagt der Bildhauer. Hubrig wollte das Ungeziefer darstellen, das sich durch das System frisst.
Die Umsetzung erwies sich trotzdem als schwierig. Lange überlegte Hubrig, welches Material er nehmen sollte. Holz oder Dachrinnenmaterial erschienen ihm zu wenig beständig. „Wenn sich Kinder an die Stäbe hängen oder jemand daran rüttelt, wären sie kaputt gegangen.“ Zudem wollte er im Material dicker und dünner werden. Er entschied sich für Betonstahlstäbe, was jedoch eine größere Herausforderung darstellte: Die Stäbe, insgesamt 18 Stück, mussten einzeln gebogen werden, noch dazu rund und nicht eckig. Die drei Elemente aus jeweils sechs gebogenen Stäben sollen den Eindruck vermitteln, als seien sie ein Ganzes, das sich wirklich durchs Buch frisst.
Hubrigs Verhältnis zu Schiller ist eher indifferent, das zu Schillers Mutter Elisabetha Dorothea Kodweiß dafür umso inniger. Als Sohn des Goldener-Löwe-Wirts Eberhard Hubrig wuchs er im Elternhaus von Schillers Mutter auf. Wie auch sein Vater ist er überzeugt davon, dass es im Haus spukt und dass es keine Geringere als Dorothea Kodweiß ist, die nachts herumgeistert. „Das ist kein Witz. Man hört immer wieder Schritte auf dem Dachboden.“ Schiller selbst liegt ihm weniger. In der Schule in Ludwigsburg habe er mal bei einer Aufführung von Wilhelm Tell mitgewirkt, das sei es aber auch gewesen. „In Marbach ist Schiller immer präsent und wird dadurch uninteressant. Ich finde Goethe spannender.“